Hornhaut-Chirurgie
Die Hornhaut (auch Cornea genannt) begrenzt das menschliche Auge nach außen und wirkt somit als natürliche Schutzbarriere und „äußere Linse“ des Auges. Damit ist die Hornhaut einer der wichtigsten Bestandteile des optischen Systems. Verliert die Hornhaut ihre Transparenz, gelangt nicht mehr genügend Licht in das Auge. Dieser Lichtverlust kann zu einer starken Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen.
PTK – Phototherapeutische Keratektomie
Die PTK (Phototherapeutische Keratektomie) kommt in unseren Augenkliniken in Berlin und Wittenberg zum Einsatz, wenn an der Oberfläche der Hornhaut erkranktes Gewebe abgetragen werden soll, z. B. bei oberflächlichen Hornhautnarben oder rezidivierender Erosio.
Pterygium-Operation (Flügelfell-OP)
Das Pterygium oder Flügelfell führt bei Patienten oft zu einer Sehverschlechterung aufgrund eines hochgradigen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung). Die Entfernung eines Pterygiums erfolgt manuell mittels Hockeymesser. Anschließend kann mit dem Excimerlaser die Oberfläche zusätzlich geglättet werden. Da durch diese Exzision eine oberflächliche Wunde entsteht, kommt es während der ersten Tage der Heilungsphase häufig zu einem Fremdkörpergefühl.
Hornhauttransplantation (Keratoplastik)
Eine Hornhauttransplantation kann notwendig sein, wenn es zu irreversiblen Veränderungen der Hornhaut kommt, das Sehvermögen des Patienten dadurch erheblich eingeschränkt ist und durch keine andere augenärztliche Therapie mehr erhalten bleiben kann. Bei dieser Operation wird die erkrankte Hornhaut durch die gesunde, klare Hornhaut eines Spenders ersetzt. Derzeit werden in unserer Augentagesklinik in Berlin und Wittenberg folgende Eingriffe bzw. Transplantationen durchgeführt:
Perforierende Keratoplastik (PKP)
Bei einer PKP werden alle Schichten der Hornhaut transplantiert. Mit einem speziellen Instrument wird die erkrankte Hornhaut des Patienten vollständig entfernt. Das gesunde Transplantat wird an die Größe der entnommenen Hornhaut angepasst und mit feinsten Nähten und speziellem Nahtmaterial befestigt.
Anteriore Lamelläre Keratoplastik (ALK)
Hierbei wird nur der vordere Teil der Hornhaut ersetzt, z. B. bei oberflächlichen Narben.
Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK)
Ist die hinterste Schicht der Hornhaut (das Endothel) erkrankt, wird nur dieser fehlerhafte Teil ausgetauscht. Lamelläre Transplantationstechniken, insbesondere die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK), haben die Augenhornhauttransplantation verändert. Die Sehfähigkeit der Patienten erholt sich schneller. Ein zusätzliches Trauma durch das komplizierte Einnähen der Spenderhornhaut entfällt. Neuerdings ist auch diese „moderne“, tiefe Transplantation ohne Nähte mit schnellerer Heilung möglich.
Gewebenetzwerk – Lamelle-DMEK
Die fehlerhafte hinterste Schicht der Hornhaut, das Endothel, wird gegen das gesunde Spendermaterial ausgetauscht. Eine Befestigung mittels Fadenlegung ist nicht erforderlich. Die Operation kann ambulant und stationär durchgeführt werden.
In speziellen Laboren werden gespendete Hornhäute sorgfältig analysiert und auf Übereinstimmungen mit dem körpereigenen Gewebe des Empfängers geprüft, um die Gefahr einer Abstoßung möglichst gering zu halten. VISIONAER kooperiert mit Hornhautbanken auf nationaler (München) sowie internationaler Ebene (z. B. San Diego, USA). Diese Hornhautzentren sichern die Qualität des Spendermaterials und koordinieren die individuelle Zuteilung der Transplantate an die Empfänger.
Erfolgschancen einer Hornhauttransplantation
Da die Hornhauttransplantation zu den erfolgreichsten aller Gewebetransplantationen zählt, ist die Chance einer Sehleistungsverbesserung hoch. Medikamente, die eine Abstoßung verhindern, müssen nur vorübergehend, meist als Augentropfen, eingenommen werden. Bei unkomplizierter Ausgangslage liegt die Erfolgsrate bei über 90 %.