Katarakt-Chirurgie
Die Kataraktchirurgie ist die operative Therapie des Grauen Stars. Hat sich dieser einmal entwickelt, gibt es bislang keine gesicherte medikamentöse Therapie zur Rückbildung des Katarakts. Um eine Verbesserung der Sehkraft zu erreichen, ist daher eine Operation die empfohlene Behandlungsmethode. Die Katarakt-OP ist der häufigste chirurgische Eingriff am Auge und einer der sichersten.
Bei einer Kataraktoperation wird die eingetrübte Linse vorsichtig entfernt und anschließend eine künstliche Linse eingesetzt, um die gewohnte Sehschärfe wiederherzustellen. In der Regel wird die Staroperation unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert weniger als 20 Minuten. Auch eine Betäubung ohne Spritze ist möglich – diese besonders sanfte Betäubung können Patienten bei VISIONAER in Berlin mittels Tropf- oder Gel-Anästhesie erhalten.

1 Hornhaut
2 Betäubungsmittel
3 Getrübte Linse
Zur neuen Sehkraft in nur zwei Behandlungsschritten
Schritt 1: Die Linsenentfernung
Zur Entfernung der eigenen, eingetrübten Linse können, je nach individueller Gegebenheit, verschiedene Methodiken eingesetzt werden:
Intrakapsulär
Bei der intrakapsulären Methode wird die Linse komplett mitsamt ihrer Kapsel aus dem Auge entfernt. Diese Technik wird nur noch selten angewandt, meist kommt sie bei weit fortgeschrittenen Linsentrübungen zum Einsatz.
Extrakapsulär
Bei der extrakapsulären Operation wird die vordere Linsenkapsel eröffnet, um anschließend das Innere der Linse zu entfernen, während der Operateur die hintere Kapselwand bestehen lässt. So bleibt dem Auge die natürliche Barriere zwischen hinterem und vorderem Augenabschnitt erhalten.
Die modernste und gebräuchlichste Form der extrakapsulären Operationstechnik ist die sogenannte Phakoemulsifikation. Hierbei wird der Linsenkern durch Ultraschall zerkleinert und anschließend abgesaugt.
IOL-Berechnung sowie optische Kohärenz Tomographie vorderer Augenabschnitt (VA-OCT) und Netzhaut (Swept-Source-OCT)
Schritt 2: Linsenersatz
Da dem Auge durch die Entfernung der Linse ein Teil seines optischen Systems (vergleichbar mit dem Objektiv einer Kamera) entfernt wird, muss dieses Defizit wieder ausgeglichen werden. Mit Starbrille, Kontaktlinse oder intraokularer Linse stehen hierzu verschiedene Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung.
Die intraokulare Linse (IOL)
Die intraokulare Linse ist eine künstliche Linse, die direkt ins Auge eingesetzt wird und die natürlichen Bedingungen der körpereigenen Linse optimal nachahmt. Man unterscheidet sie nach ihrem Sitz im Auge in Vorderkammerlinsen, irisgetragene Linsen und Hinterkammerlinsen. Die Hinterkammerlinsen können je nach Befestigungsart im sogenannten Sulcus oder im Kapselsack fixiert werden. Die Platzierung der Hinterkammerlinse im Kapselsack ist heute die gängigste Methode bei der Behandlung des Grauen Stars. In seltenen Fällen ist diese Technik jedoch nicht möglich, sodass auf andere Implantationsarten zurückgegriffen wird.
Eye Star
Früher wurden intraokulare Linsen aus Poly-Methyl-Meth-Acrylat (PMMA) hergestellt, einem Material, das besser als Plexiglas bekannt ist. Heutzutage nutzt man fast ausschließlich faltbare Kunstlinsen aus Materialien wie modifiziertem Acrylat, Silikon oder Hydrogel. Da diese Linsen starr sind, können sie die Akkommodation – das natürliche Scharfstellen des Auges von nah bis fern – nicht leisten. Daher wird nach der Implantation einer klassischen Monofokallinse meist eine Brille benötigt, vor allem zum Lesen.
Um diesen Nachteil zu mindern, gibt es inzwischen Multifokallinsen, die zwei oder mehrere Brennpunkte besitzen. Diese Linsen ermöglichen es vielen Patienten, im Alltag weitgehend auf eine Brille zu verzichten.
Katarakt-Operation: Einer der sichersten Eingriffe
Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund 700.000 Katarakt-Operationen durchgeführt. Der standardisierte Ablauf des Eingriffs sorgt für zusätzliche Sicherheit: Komplikationen bei einer Katarakt-OP sind mit lediglich 1–3 % äußerst unwahrscheinlich und lassen sich zudem gut behandeln. Extrem selten sind eine während der Operation auftretende Blutung ins Auge oder eine Infektion des Auges durch eingeschleppte Keime, die in den ersten Tagen nach der Operation auftritt. Häufiger bildet sich postoperativ (Monate bis Jahre nach der Operation) ein sogenannter Nachstar. Dieser kann meistens mit einer kurzen Laserbehandlung problemlos entfernt werden.
Die Kataraktoperation bei VISIONAER in Berlin und Wittenberg
Der Eingriff dauert nur 20 Minuten, der Effekt – klare Sicht – hält ein Leben lang an. Die Kataraktoperation bei VISIONAER wird in den meisten Fällen ambulant durchgeführt, bei Bedarf auch stationär. Unsere Patienten können sich auf den höchsten Qualitätsstandard der Operationstechnik verlassen. Je nach Ausgangsbefund und Patientenwunsch kommen verschiedene Alternativen zum Einsatz. Wir unterscheiden zwischen zwei Operationstechniken: dem konservativen Eingriff mit Skalpell und dem innovativen und gewebeschonenderen Eingriff mit dem Femtosekundenlaser.
Lens Star
Betäubung ohne Spritze
Als Alternative zur örtlichen Betäubung durch eine Spritze unter das Auge bieten wir eine schmerzfreie Betäubung nur durch Augentropfen und ‑gele an.
Optimale Schnittführung
Je nach individueller Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und der geplanten Linse legt der operierende Facharzt für Augenheilkunde Lage und Länge des Einschnitts fest. Dieser Schnitt, in der Regel zwischen 2,5 und 3,2 mm breit, verschließt sich meist selbst (Tunnelschnitt) und benötigt daher keine Naht. Auch kann der Schnitt so gesetzt werden, dass ein bestehender Astigmatismus günstig beeinflusst wird.
Präzision durch Lasertechnologie
Der Femtosekundenlaser arbeitet mit sehr kurzen Lichtimpulsen, die winzige Luftbläschen erzeugen und das Gewebe exakt und schonend an den optimal berechneten Stellen lösen.
Individuelle Linsenwahl
Wir bieten alle verfügbaren Linsenmaterialien an und passen die Auswahl individuell an Ihre Bedürfnisse an. In einigen Fällen kann eine Multifokal- oder torische Linse vorteilhaft sein; hierfür ist eine besonders sorgfältige Voruntersuchung und Beratung vorgesehen.
Nach wenigen Tagen wieder arbeitsfähig
Nach der Operation ist es wichtig, das Auge mit speziellen Tropfen und Salben zu pflegen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen. Bei ambulanten Operationen erfolgt die erste Kontrolle in der Augentagesklinik oder beim überweisenden Augenarzt bereits am nächsten Tag. Nach einer stationären Operation, die nur in Ausnahmefällen durchgeführt wird und meist 1–2 Tage dauert, finden die Kontrollen ebenfalls dort statt. In den meisten Fällen sind Patienten bereits nach wenigen Tagen wieder arbeitsfähig. Eine neue Brille kann etwa 4–6 Wochen nach der Operation angepasst werden.