Anatomisches Augenmodell mit abnehmbaren Teilen; zeigt Aufbau und Strukturen des Auges auf einem weißen Untergrund.

Das Auge

Das mensch­liche Auge ist unser wichtigstes Sinnes­organ, denn wir erkennen mehr als 80 % aller Umwelt­reize mit den Augen. Das Auge ist ein sehr komplexes Organ und ähnelt von seiner Funkti­ons­weise her einer Kamera.

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Aufbau des Auges

Anatomische Schnittzeichnung des Auges mit nummerierten Elementen; kennzeichnet Aufbau und Strukturen wie Hornhaut und Linse.
Erklärung zum Bild:
1 Ziliar­körper
2 Augen­muskel
3 Lederhaut
4 Aderhaut
5 Netzhaut
6 Sehnerv
7 Papille
8 Bindehaut
9 Hornhaut
10 Iris
11 Trabe­kel­werk
12 Linse

Die Funkti­ons­weise des Auges

Schematische Grafik eines Kopfes im Profil mit eingezeichnetem Blickverlauf; veranschaulicht den Sehvorgang des Auges.

Einfal­lendes Licht wird von einem bildent­wer­fenden brechenden System (Hornhaut und Linse) so abgebildet, dass in der licht­emp­find­li­chen Schicht (Netzhaut) ein scharfes Bild entsteht. Die dort auftref­fenden Licht­strahlen werden in elektri­sche Reize umgewan­delt und über die Sehnerven in unser Gehirn weiter­ge­leitet, wo sie entspre­chend verar­beitet werden.

Grafische Ansicht einer Pupille mit Plus- und Minus-Symbolen; visualisiert Korrektur von Sehfehlern durch Linsenstärken.

Die Blende (Pupille) regelt die Menge des einfal­lenden Lichts durch die Verän­de­rung ihrer Weite. Dies wird von den Muskeln in der Regen­bo­gen­haut, der Iris, gesteuert. Die Stelle der Netzhaut, an der die Licht­strahlen gebündelt werden, nennt man „Gelber Fleck“ (Makula). Dieser Bereich stellt zwar nur einen sehr kleinen Teil der Netzhaut dar (ca. 2 %), ist aber unerläss­lich für unsere Lesefä­hig­keit. Die restli­chen etwa 98 % der Netzhaut bilden das sogenannte Gesichts­feld und sind für die Wahrneh­mung von Bewegung und Gegen­ständen in der mittleren und äußeren Peripherie unseres Sehbe­rei­ches zuständig.

Im Idealfall werden Bilder in der Ferne und in der Nähe ohne Hilfs­mittel scharf auf der Netzhaut abgebildet. Das Auge muss für die Nähe die Brenn­weite seiner Linse verändern. Dies bezeichnet man als Akkom­mo­da­tion. Bei Gegen­ständen in der Nähe krümmt sich die Linse stärker, sodass die einfal­lenden Licht­strahlen stärker gebrochen werden. Bei weit entfernten Gegen­ständen flacht sich die Linse ab, so dass die Licht­strahlen in jedem Fall exakt auf der Netzhaut gebündelt werden.

Schematische Darstellung eines Auges mit markierten Punkten und Lichtstrahlen; erklärt den Verlauf des Sehens durch Linse und Hornhaut.
Erklärung zum Bild:
1 Retina
2 Linse
3 Kornea

Eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut des Auges ist die Voraus­set­zung für gutes Sehen. Damit in der licht­emp­find­li­chen Schicht des Auges ein wirklich scharfes Bild entsteht, müssen viele Bedin­gungen erfüllt sein. So muss etwa die Länge des Auges im richtigen Verhältnis zu seiner Brech­kraft stehen. Nur dann können Bilder scharf gesehen werden. Dies ist beim normal­sich­tigen Auge der Fall. Sehr häufig tritt aber auch eine Fehlsich­tig­keit auf. Sie beein­träch­tigt unser Sehver­mögen und muss meist korri­giert werden. Auch Trübungen von Hornhaut oder Linse können zu einer merkbaren Verschlech­te­rung der Sehschärfe führen und einen ärztli­chen Eingriff notwendig machen. Gutes Sehen beruht also auf der Abbildung scharfer Bilder auf der Netzhaut des Auges.

Fehlsich­tig­keiten

Mit dem Begriff Fehlsich­tig­keit werden eine Reihe verschie­den­ar­tiger, normab­wei­chender oder subop­ti­maler Zustände des Sehsinnes bezeichnet.

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Emmetropie & Ametropie

Grafik mit blauer Fläche und Buchstaben A und B; zeigt Unterschied zwischen scharfem und unscharfem Sehen bei Sehfehlern.

Bei einem normal­sich­tigen Auge (Emmetropie) werden eintre­tende Licht­strahlen von Linse und Hornhaut so gebrochen, dass sie sich auf der Netzhaut treffen und ein scharfes Bild erzeugen.

Nicht alle Augen entspre­chen der ‚normalen Form‘. Einige Augäpfel sind länger oder kürzer gebaut. Die Brech­kraft von Hornhaut und Linse kann variieren, sodass die Licht­strahlen nicht mehr exakt auf der Netzhaut gebündelt werden. Gleich­zeitig kann auch eine unregel­mä­ßige Hornhaut­krüm­mung verzerrte Bilder hervor­rufen. Besteht ein Missver­hältnis zwischen der Brech­kraft von Hornhaut und Linse sowie der Länge des Auges, entsteht auf der Netzhaut ein unscharfes Bild: Man spricht von einer Fehlsich­tig­keit. In Deutsch­land sind ca. 36 Mio. Menschen fehlsichtig.

Die Formen der Fehlsich­tig­keit

Im Wesent­li­chen unter­scheidet man vier Formen der Fehlsich­tig­keit, wovon sich einige erst mit zuneh­mendem Alter entwi­ckeln.

Myopie | Kurzsich­tig­keit

Bei der Kurzsich­tig­keit ist meist das Auge im Verhältnis zur Brech­kraft zu lang gebaut bzw. entspre­chend die Brech­kraft von Hornhaut oder Linse zu groß. Das scharfe Bild (Brenn­punkt des eintre­tenden Lichts) entsteht vor der Netzhaut. Mit zuneh­mender Länge des Auges nimmt auch die Kurzsich­tig­keit und damit die empfun­dene Unschärfe zu. Kurzsich­tige Menschen sehen meistens in der Nähe scharf, können aber weiter entfernte Gegen­stände nur unscharf erkennen.

Kurzsich­tige Menschen benötigen daher vor allem für die Ferne eine Sehhilfe. Die Korrektur der Kurzsich­tig­keit kann im Allge­meinen mittels Brille oder Kontakt­linse erfolgen. Hierbei werden Zerstreu­ungs­linsen einge­setzt, welche die Brech­kraft des Auges herab­setzen (Minusglas) und den Brenn­punkt nach hinten auf die Netzhaut verschieben.

Zur opera­tiven Korrektur dieser Fehlsich­tig­keit eignen sich je nach Stärke der Kurzsich­tig­keit verschie­dene Verfahren. Ziel eines Eingriffes ist es, durch eine Abfla­chung der Hornhaut deren Brech­kraft zu verrin­gern, um so wieder eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut zu ermög­li­chen.

Schematische Grafik eines Auges mit Fokuspunkt hinter der Netzhaut; stellt Weitsichtigkeit (Hyperopie) dar.

In der Augen­ta­ges­klinik Spree­bogen in Berlin werden folgende Opera­ti­ons­tech­niken erfolg­reich einge­setzt:

Hyperopie | Weitsich­tig­keit

Bei der Weit- oder auch Übersich­tig­keit ist meist das Auge im Verhältnis zur Brech­kraft zu kurz gebaut bzw. entspre­chend die Brech­kraft von Hornhaut oder Linse zu gering. Das scharfe Bild (Brenn­punkt des eintre­tenden Lichts) entsteht dadurch theore­tisch hinter der Netzhaut. Je kürzer das Auge gebaut ist, umso stärker nimmt die Weitsich­tig­keit und die damit empfun­dene Unschärfe zu. Während junge Menschen eine geringe Weitsich­tig­keit noch mit ihrer elasti­schen Linse ausglei­chen können, geht dieser Mecha­nismus mit zuneh­mendem Lebens­alter verloren.

Ein weitsich­tiges Auge vermag in der Regel in der Entfer­nung scharf zu sehen, solange es die Brenn­weite seiner Linse durch Akkom­mo­da­tion anpassen kann. In der Nähe kann die Fehlsich­tig­keit jedoch durch reine Akkom­mo­da­tion nicht mehr ausge­gli­chen werden, so dass diese Bilder dann für uns zunehmend verschwommen wirken.

Bei einer Korrektur der Fehlsich­tig­keit mittels Brille oder Kontakt­linse erfolgt dies durch eine Sammel­linse (Plusglas), deren Korrek­tur­wert in Plus-Dioptrien angegeben wird. Durch die damit verbun­dene Erhöhung der Brech­kraft verschiebt sich der Brenn­punkt des Auges nach vorne auf die Netzhaut.

Zur opera­tiven Korrektur dieser Fehlsich­tig­keit eignen sich je nach Stärke der Weitsich­tig­keit verschie­dene Verfahren. Ziel eines Eingriffes ist es, durch eine Ausfor­mung der Hornhaut deren Brech­kraft zu erhöhen, um so wieder eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut zu ermög­li­chen.

Illustration eines Auges mit verlagerter Fokusebene vor der Netzhaut; visualisiert Kurzsichtigkeit (Myopie).

Astig­ma­tismus | Stabsich­tig­keit | Hornhaut­ver­krüm­mung

Im Normal­fall ist die Hornhaut, ähnlich der Linse einer Kamera, halbku­gel­förmig. Einfal­lende Licht­quellen werden scharf auf der Netzhaut abgebildet.

Beim Astig­ma­tismus ist der Augapfel zwar normal geformt, die Hornhaut weist aber horizontal und vertikal eine unter­schied­liche Wölbung auf. Hierdurch entsteht eine Abbildung an zwei unter­schied­li­chen Orten, was sich einer­seits durch Unschärfe, anderer­seits durch ein verzerrtes Bild bemerkbar macht. So wird z. B. ein Punkt nicht mehr als Punkt, sondern als kleiner Strich abgebildet.

Hornhaut­ver­krüm­mungen sind meist angeboren oder können nach einer Operation (z. B. Hornhaut­über­tra­gung) auftreten. Häufig tritt eine Hornhaut­ver­krüm­mung mit anderen Fehlsich­tig­keiten zusammen auf. Eine Brille oder auch eine Kontakt­linse können diesen Sehfehler in manchen Fällen nicht vollständig ausglei­chen.

Zur opera­tiven Korrektur dieser Art von Fehlsich­tig­keit eignen sich verschie­dene Verfahren. Ziel eines Eingriffes ist es, die unter­schied­lich starken Auswöl­bungen der Hornhaut weitge­hend zu egali­sieren.

Schematische Darstellung eines Auges mit mehreren Lichtstrahlen; zeigt Brechung und Fokus bei Presbyopie (Altersweitsichtigkeit).

In der Augen­ta­ges­klinik Spree­bogen in Berlin werden hierfür folgende Opera­ti­ons­tech­niken erfolg­reich einge­setzt:

  • geringe Hornhaut­ver­krüm­mung: PRK, LASEK und PLI (periphere Limbus-Inzisionen)
  • mittlere Hornhaut­ver­krüm­mung: LASIK, LASEK
  • hochgra­dige Hornhaut­ver­krüm­mung: LASIK, Torische Linsen­im­plan­ta­tionen

Die Entschei­dung über ein bestimmtes OP-Verfahren kann nur indivi­duell, entspre­chend dem vorlie­genden Refrak­ti­ons­fehler und den anato­mi­schen Beson­der­heiten, gefällt werden.

Presby­opie | Alters­sich­tig­keit

Im Laufe des Lebens verliert die Linse des Auges zunehmend ihre Elasti­zität und die damit verbun­dene Fähigkeit, sich auf unter­schied­liche Entfer­nungen scharf einzu­stellen.

Die Alters­sich­tig­keit ist das Ergebnis eines natür­li­chen Alterungs­pro­zesses der Linse. Beim normal­sich­tigen Jugend­li­chen kann sich die Linse je nach Bedarf so weit verformen, dass nahe und ferne Gegen­stände problemlos scharf auf der Netzhaut abgebildet werden können. Beim normal­sich­tigen Menschen jenseits des 40. Lebens­jahres reicht die Brech­kraft dann nur noch aus, um ferne Gegen­stände scharf auf die Netzhaut abzubilden.

Im Allge­meinen benötigt der Normal­sich­tige dann eine Lesebrille, der Weitsich­tige eine Fern- und eine Lesebrille bzw. eine Mehrstär­ken­brille (z. B. Gleit­sicht­brille), um Gegen­stände wieder scharf auf der Netzhaut abzubilden.

In der Augen­ta­ges­klinik Spree­bogen in Berlin kann die Alters­sich­tig­keit mittels moderner sogenannter Multi­fo­kal­linsen und akkomo­da­tiver Linsen operativ behandelt werden.

Grafik mit der Aufschrift „40+“ in Schwarz und Blau; Symbol für Altersweitsichtigkeit und Veränderungen des Sehens ab 40 Jahren.

Bis vor kurzem behalfen sich die meisten Menschen mit Kurzsich­tig­keit, Weitsich­tig­keit und Hornhaut­ver­krüm­mung mit Brillen oder Kontakt­linsen. Mittler­weile gibt es eine Alter­na­tive. Es kann aus verschie­denen Gründen sinnvoll und erwünscht sein, die Fehlsich­tig­keit mit einer refrak­tiven Laser- oder Linsen­ope­ra­tion zu behandeln.

Die Durch­füh­rung von refrak­tiven Laser­ein­griffen dauert meist nur wenige Minuten. Ein Großteil der Patienten kann bereits am nächsten Tag wieder normal sehen.

Erkran­kungen des Auges

Alters­be­dingte Makula­de­ge­ne­ra­tion (AMD)

Unter der alters­be­dingten Makula­de­ge­ne­ra­tion (AMD) versteht man die Anhäufung von Ablage­rungs­pro­dukten der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula). Sie ist die häufigste Ursache schwerer Sehmin­de­rung im höheren Erwach­se­nen­alter in den Indus­trie­na­tionen. Es wird eine trockene von einer sogenannten feuchten Form unter­schieden. Bei der feuchten AMD kommt es zum Flüssig­keits­aus­tritt im Bereich der Makula.

Die trockene Makula­de­ge­ne­ra­tion

Hierbei kommt es zur Ausbil­dung von Drusen. Es kann zu einer zuneh­menden Sehmin­de­rung kommen. Endsta­dium ist eine sog. geogra­phi­sche Atrophie der Stelle schärfsten Sehens. Eine Therapie ist leider bis heute nicht etabliert. Vergrö­ßernde Sehhilfen können die Orien­tie­rung im Alter erleich­tern.

Die feuchte Makula­de­ge­ne­ra­tion

Hierbei kann es durch eine Neubil­dung von Gefäßen unter der Netzhaut zu Flüssig­keits­aus­tritten und ‑ansamm­lungen kommen. Weiterhin können Blutungen auftreten, welche die Sehschärfe akut vermin­dern können. Im Endsta­dium kann es zur Vernar­bung des „Wundge­bietes“ kommen.

Symptome einer AMD

Frühsym­ptome der alters­be­dingten Makula­de­ge­ne­ra­tion sind ein verzerrtes Sehen und eine spürbare Sehver­schlech­te­rung. Mittels des so genannten Amsler-Netzes kann eine Verschlech­te­rung auch zu Hause durch den Patienten festge­stellt werden. Die genauen Ursachen für das Auftreten von Makula­de­ge­ne­ra­tionen sind bislang noch nicht genau bekannt.

Diagnose der AMD

Um die feuchte Form von der trockenen Form eindeutig zu unter­scheiden, wird eine Unter­su­chung mittels eines beson­deren Farbstoffes (Fluores­zenz-Angio­gra­phie, Indocyanin-Grün-Angio­gra­phie) durch­ge­führt. Der Farbstoff wird intra­venös gespritzt und die Vertei­lung mittels einer bestimmten Beleuch­tung durch Augen­hin­ter­grund-Photo­gra­phie festge­halten. Hierzu dient uns ein volldi­gi­tales Compu­ter­system, das direkt im Anschluss an die Unter­su­chung Farb-/SW-Ausdrucke der Unter­su­chung ermög­licht.

Therapie bei AMD

Bei der trockenen Form kann nur in Form von vergrö­ßernden Sehhilfen Linderung verschafft werden. Eine medika­men­töse Behand­lung der AMD brachte bisher keinen nachweis­baren Erfolg, ebenso wenig wie eine Röntgen­be­strah­lung. Bei Patienten mit feuchter AMD kann ggf. eine gezielte Therapie nach modernen Verfahren sinnvoll sein und der Krank­heits­pro­zess verlang­samt bzw. aufge­halten werden.

Diabe­ti­sche Retino­pa­thie

Die diabe­ti­sche Retino­pa­thie (DRP) ist eine Kompli­ka­tion, die durch Diabetes verur­sacht wird und das Sehver­mögen beein­träch­tigen kann. Sie entwi­ckelt sich aufgrund von Schäden an den Blutge­fäßen der Netzhaut aufgrund hoher Blutzu­cker­spiegel über einen längeren Zeitraum. Es gibt zwei Haupt­arten: die nicht-proli­fe­ra­tive diabe­ti­sche Retino­pa­thie, bei der die Blutge­fäße undicht werden und Flüssig­keit in die Netzhaut austreten kann sowie die proli­fe­ra­tive diabe­ti­sche Retino­pa­thie, bei der abnormale Blutge­fäße wachsen, die leicht bluten und zu Netzhaut­ab­lö­sungen führen können.

Risiko­fak­toren für die Entwick­lung der diabe­ti­schen Retino­pa­thie sind unter anderem die lange Dauer des Diabetes, ein unkon­trol­lierter Blutzu­cker­spiegel, Bluthoch­druck und hoher Chole­ste­rin­spiegel. Die Symptome können anfangs mild sein und sich im Laufe der Zeit verschlim­mern. Zu den Symptomen einer diabe­ti­schen Retino­pa­thie zählen verschwom­menes Sehen, dunkle Flecken im Blickfeld und letzt­end­lich sogar Sehver­lust.

Die Früherken­nung und regel­mä­ßige Augen­un­ter­su­chungen sind entschei­dend für die Behand­lung und das Manage­ment der diabe­ti­schen Retino­pa­thie. Die Behand­lung kann Laser­chir­urgie zur Abdich­tung und Stabi­li­sie­rung der Blutge­fäße, Injek­tionen von Anti-VEGF-Medika­menten zur Verhin­de­rung des Wachstums abnormer Blutge­fäße oder sogar eine Vitrek­tomie zur Entfer­nung von Blutungen in den Glaskörper einschließen.

Glaskör­per­trü­bungen

Glaskör­per­trü­bungen sind kleine Partikel oder Fasern, die sich im Glaskörper des Auges befinden, einer gelar­tigen Substanz, die den Raum im Auge zwischen der Linse und der Netzhaut ausfüllt. Diese Trübungen können als schwarze Flecken, Fäden, Punkte oder Schlieren im Gesichts­feld wahrge­nommen werden und werden oft als „Mouches volantes“ oder „Floaters“ bezeichnet.

Die meisten Glaskör­per­trü­bungen entstehen durch alters­be­dingte Verän­de­rungen im Glaskörper, wenn die Gelstruktur degene­riert und sich klumpige Ablage­rungen bilden. In einige Fällen können sie auch durch Verlet­zungen, Entzün­dungen oder andere Augen­er­kran­kungen verur­sacht werden. Glaskör­per­trü­bungen sind in der Regel harmlos und verur­sa­chen keine ernst­haften Sehpro­bleme, obwohl sie manchmal als störend empfunden werden können.

In den meisten Fällen erfordern Glaskör­per­trü­bungen keine Behand­lung, da sie im Laufe der Zeit oft von selbst verschwinden oder vom Gehirn ignoriert werden. In einigen Fällen können sie jedoch so störend sein, dass sie die Sehqua­lität beein­träch­tigen. In manchen Fällen lassen sich die Glaskör­per­trü­bungen mit einem Laser zerklei­nern, dieser Eingriff wird Vitreolyse genannt. Die operative Entfer­nung des Glaskör­pers, ein Eingriff namens Vitrek­tomie ist nur in Ausnah­me­fällen empfohlen.

Glaukom | Grüner Star

Glaukom, auch bekannt als Grüner Star, ist eine Augen­er­kran­kung, die durch Schädi­gung des Sehnervs und des Gesichts­felds zu irrever­si­bler Sehbe­hin­de­rung oder sogar Blindheit führen kann. Es wird oft durch einen erhöhten Augen­in­nen­druck verur­sacht, der den Sehnerv beschä­digt, aber es kann in seltenen Fällen auch bei normalen oder sogar niedrigen Augen­in­nen­druck­werten auftreten.

Die Symptome von Glaukom können subtil sein und im Verlauf der Erkran­kung allmäh­lich auftreten. Deshalb wird Grüner Star oft erst diagnos­ti­ziert, wenn schon eine Schädi­gung vorliegt, weshalb eine Glaukom-Vorsorge zu empfehlen ist. Zu den möglichen Symptomen gehören Sehver­lust im peripheren Gesichts­feld, Tunnel­blick, verschwom­menes Sehen und Augen­schmerzen oder Kopfschmerzen.

Es gibt verschie­dene Arten von Glaukom, darunter das primäre Offen­win­kel­glaukom, das primäre Engwin­kel­glaukom, das Normal­druck­glaukom und das sekundäre Glaukom, das durch andere Augen­pro­bleme oder Krank­heiten verur­sacht wird.

Die Behand­lung von Glaukom zielt darauf ab, den Augen­in­nen­druck zu senken und das Fortschreiten der Erkran­kung zu verlang­samen, um Sehver­lust zu verhin­dern oder zu minimieren. Dies kann durch die Verab­rei­chung von Augen­tropfen, Laser­the­rapie (z. B. Irido­tomie), chirur­gi­sche Verfahren (z. B. Kanalo­plastik) oder minimal­in­va­sive Glaukom­chir­urgie erreicht werden.

Hornhaut­er­kran­kungen

Hornhaut­er­kran­kungen umfassen eine Vielzahl von Erkran­kungen, die die äußere trans­pa­rente Schicht des Auges, die Hornhaut, betreffen. Diese Erkran­kungen können durch Infek­tionen, Verlet­zungen, geneti­sche Faktoren, Autoim­mun­erkran­kungen oder Kontakt­linsen oder Opera­tionen verur­sacht werden.

Zu den häufigsten Hornhaut­er­kran­kungen gehören Keratitis (Hornhaut­ent­zün­dung), Kerato­konus (Kegelform der Hornhaut), Trockene Augen, Hornhaut­dys­tro­phien (genetisch bedingte Störungen der Hornhaut­struktur), Hornhau­t­ero­sionen (Verlet­zung der obersten Hornhaut­schicht) und Hornhaut­narben (z. B. nach Verlet­zungen oder Opera­tionen). Die moderne Hornhaut­chir­urgie kann eine Vielzahl dieser Erkran­kungen behandeln.

Katarakt | Grauer Star

Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Augen­er­kran­kung, bei der die Linse des Auges trüb wird, was zu einer allmäh­li­chen Verschlech­te­rung des Sehver­mö­gens führt. Dies geschieht in der Regel aufgrund alters­be­dingter Verän­de­rungen in der Linse, kann aber auch durch Verlet­zungen, Medika­mente, Krank­heiten wie Diabetes oder geneti­sche Faktoren verur­sacht bzw. beschleu­nigt werden.

Die Symptome von Katarakt umfassen verschwom­menes Sehen, verän­derte Farbwahr­neh­mung, vermehrte Blendung und Schwie­rig­keiten beim Lesen oder beim Sehen in der Nacht. Außerdem kann es durch die Linsen­trü­bung zu Verän­de­rungen der Linsen­brech­kraft und somit der Brillen­werte kommen.

Die Behand­lung von Katarakt besteht in der Regel aus einer Operation, bei der die trübe Linse entfernt und durch eine klare Kunst­linse ersetzt wird. Die Katarak­t­ope­ra­tion ist eine der häufigsten und sichersten chirur­gi­schen Eingriffe weltweit und kann das Sehver­mögen in fast allen Fällen erheblich verbes­sern.

In den letzten Jahren wurden die Kunst­linsen stetig weiter­ent­wi­ckelt, so dass in vielen Fällen nach der Katarak­t­ope­ra­tion keine oder nur noch schwä­chere Brillen notwendig sind.

Kerato­konus

Kerato­konus ist eine progres­sive Augen­er­kran­kung, die die Form und Struktur der Hornhaut beein­träch­tigt. Bei dieser Erkran­kung wird die normale sphäri­sche (kugel­för­mige) Hornhaut geschwächt und allmäh­lich kegel­artig verzerrt, was zu Sehpro­blemen führt. Der Kerato­konus tritt norma­ler­weise bei Jugend­li­chen auf und kann bis zum 40. Lebens­jahr fortschreiten. Danach kommt es in der Regel zum Still­stand. Die genaue Ursache von Kerato­konus ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass geneti­sche Faktoren, Augen­reiben, Allergien und Hormon­ver­än­de­rungen eine Rolle spielen können.

Die Symptome von Kerato­konus können verschwom­menes Sehen, Licht­emp­find­lich­keit, verstärkte Blendung, verzerrte Sicht und häufige Änderungen der Sehstärke umfassen. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gründ­liche Augen­un­ter­su­chung, einschließ­lich der Unter­su­chung der Hornhaut­struktur mittels Hornhaut­topo­graphie.

Die Behand­lung von Kerato­konus hängt von der Schwere der Erkran­kung ab. In den frühen Stadien können Kontakt­linsen verwendet werden, um die Sehfehler zu korri­gieren. Kommt es zu einer nachge­wie­senen Progres­sion ist in vielen Fällen ein corneales Cross­lin­king (Hornhaut­quer­ver­net­zung) möglich, welches die Hornhaut stabi­li­siert. Bei fortge­schrit­tenen Fällen kann eine Hornhaut­trans­plan­ta­tion erfor­der­lich sein, bei der die betrof­fene Hornhaut durch eine Spender­horn­haut ersetzt wird.

Lider­kran­kungen

Derma­to­chalasis

Derma­to­chalasis, auch Schlupf­lider genannt, ist durch schlaffe, überhän­gende Haut am Oberlid gekenn­zeichnet. Diese Hautfalten können das Sichtfeld beein­träch­tigen und das Aussehen der Augen­partie verändern. Derma­to­chalasis tritt norma­ler­weise als Teil des natür­li­chen Alterungs­pro­zesses auf, kann aber auch genetisch bedingt oder durch chroni­sche Augen­rei­zungen verur­sacht werden. Die Behand­lung kann eine operative Entfer­nung der überschüs­sigen Haut (Blephar­oplastik) umfassen, um das Sichtfeld zu verbes­sern und das Aussehen zu korri­gieren.

Ektropium und Entropium

Ektropium und Entropium sind Fehlstel­lungen der Augen­lider. Beim Ektropium ist das untere Augenlid nach außen gedreht ist, wodurch das Lid nicht mehr korrekt am Auge anliegt. Dies kann zu Trocken­heit, Reizungen und einem erhöhten Risiko für Infek­tionen des Auges führen. Beim Entropium hingegen ist das untere oder obere Augenlid nach innen gedreht ist, sodass die Lidkante und die Wimpern gegen das Auge und die Hornhaut reibt. Dies kann zu starken Irrita­tionen, Tränen­fluss, Hornhaut­schäden und Sehpro­blemen führen.

Beide Zustände können durch verschie­dene Faktoren wie Alterung, Verlet­zungen, Entzün­dungen, Narben­bil­dung oder angebo­rene Anomalien verur­sacht werden. Die Behand­lung kann eine chirur­gi­sche Korrektur umfassen, um das Lid in die richtige Position zu bringen und Kompli­ka­tionen zu vermeiden.

Lidtu­moren

Lidtu­moren sind ungewöhn­liche Zellwu­che­rungen im Bereich der Augen­lider. Sie können gutartig oder bösartig sein und aus verschie­denen Zelltypen wie Hautzellen, Talgdrü­sen­zellen oder Drüsen­zellen der Lidkante entstehen. Zu den häufigsten Lidtu­moren gehören Basal­zell­kar­zi­nome, Platten­epi­thel­kar­zi­nome, Melano­zy­täre Tumoren und Talgdrü­sen­tu­moren. Die Symptome können von einem einfachen Knoten bis hin zu Verän­de­rungen in der Lidform oder Hautver­fär­bungen reichen.

Die Behand­lung von Lidtu­moren hängt von ihrer Art und ihrem Stadium ab. In den meisten Fällen ist eine chirur­gi­sche Entfer­nung unumgäng­lich.

Schielen

Schielen, auch Strabismus genannt, ist eine Augen­stö­rung, bei der die Augen nicht gleich­zeitig in die gleiche Richtung schauen. Das Schielen kann permanent oder nur zeitweise, also inter­mit­tie­rend, auftreten.

Die Ursachen für Schielen können vielfältig sein und reichen von geneti­schen Faktoren über neuro­lo­gi­sche Probleme bis hin zu Störungen der Augen­mus­keln oder Refrak­ti­ons­feh­lern.

Schielen kann zu Doppel­bil­dern, einer beein­träch­tigten Tiefen­wahr­neh­mung und einem einge­schränkten binoku­laren Sehen führen. Unbehan­delt kann es zu einem „schwach­sich­tigen Auge“ (Amblyopie) führen, bei dem das Gehirn das Bild aus dem schie­lenden Auge unter­drückt, um Doppel­bilder zu vermeiden.

Die Behand­lung von Schielen hängt von der Ursache und Schwere der Erkran­kung ab. Sie kann Brillen oder Kontakt­linsen zur Korrektur von Sehstö­rungen, Okklu­si­ons­the­rapie zur Behand­lung von Amblyopie oder Opera­tionen zur Korrektur der Muskel­un­gleich­ge­wichte umfassen.

Glossar

Akkom­mo­da­tion

Die Fähigkeit der Linse, sich auf unter­schied­liche Entfer­nungen scharf einzu­stellen

Alters­be­dingte Makula­de­ge­ne­ra­tion (AMD)

Unter der alters­be­dingten Makula­de­ge­ne­ra­tion (AMD) versteht man die Anhäufung von Ablage­rungs­pro­dukten der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula). Sie ist die häufigste Ursache schwerer Sehmin­de­rungen im höheren Erwach­se­nen­alter in den Indus­trie­na­tionen. Es wird eine trockene von einer sogenannten feuchten Form unter­schieden. Bei der feuchten AMD kommt es zum Flüssig­keits­aus­tritt im Bereich der Makula.

  • Die trockene Makula­de­ge­ne­ra­tion
    Hierbei kommt es zur Ausbil­dung von Drusen. Es kann zu einer zuneh­menden Sehmin­de­rung kommen. Endsta­dium ist eine sogenannte geogra­phi­sche Atrophie der Stelle schärfsten Sehens. Eine Therapie ist leider bis heute nicht etabliert. Vergrö­ßernde Sehhilfen können die Orien­tie­rung im Alter erleich­tern.
  • Die feuchte Makula­de­ge­ne­ra­tion
    Hierbei kann es durch eine Neubil­dung von Gefäßen unter der Netzhaut zu Flüssig­keits­aus­tritten und ‑ansamm­lungen kommen. Weiterhin können Blutungen auftreten, welche die Sehschärfe akut vermin­dern können. Im Endsta­dium kann es zur Vernar­bung des „Wundge­bietes“ kommen.
Astig­ma­tismus (Hornhaut­ver­krüm­mung)

Astig­ma­tismus oder Hornhaut­ver­krüm­mung tritt auf, wenn die Hornhaut des Auges nicht gleich­mäßig gewölbt ist, was zu Unschärfe und verzerrten Bildern führt. Norma­ler­weise ist die Hornhaut halbkup­pel­förmig, bei Astig­ma­tismus hat sie jedoch unter­schied­liche Wölbungen in horizon­taler und verti­kaler Richtung. Dies kann angeboren sein oder nach Opera­tionen auftreten. Brillen oder Kontakt­linsen können den Sehfehler oft nicht vollständig korri­gieren. Operative Verfahren zielen darauf ab, die Wölbungen der Hornhaut auszu­glei­chen.

Augen­flim­mern

Das Augen­flim­mern ist eine anfall­artig auftre­tende Sehstö­rung. Es äußert sich durch das Sehen von Blitzen, Funken oder unscharfen, zitternden Bildern. Augen­flim­mern kann auch als Symptom verschie­dener Augen­krank­heiten (z. B. bei Netzhaut­ab­lö­sung, Grauer Star usw.) auftreten. Ebenso kommt es bei Lid- und Akkomo­da­ti­ons­krämpfen sowie als Begleit­erschei­nung der Augen­mi­gräne vor. Als Augen­mi­gräne wird eine Sehstö­rung bei Migrä­ne­an­fällen bezeichnet, bei der sich das Gesichts­feld, dessen äußere Grenze als schim­mernde Linie erscheint (Flimmer­s­kotom), verdun­kelt.

Augen­mus­kel­er­kran­kungen

Das Auge liegt in der Augen­höhle und ist vergleichbar einer Kugel gelagert. Es kann durch sechs Augen­mus­keln bewegt werden. Wenn wir nun ein Objekt anblicken, wird das Auge im Normal­fall automa­tisch so ausge­richtet, dass das Objekt auf der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) der Netzhaut abgebildet wird. Durch die Kombi­na­tion der Bewegung der verschie­denen Augen­mus­keln kann das Auge in verschie­dene Blick­rich­tungen bewegt werden und beide Augen werden in ihren Bewegungen aufein­ander abgestimmt.

Sind nun aber einzelne oder alle Augen­mus­keln gelähmt, dann können die Augen nicht mehr parallel gestellt werden. Man sieht doppelt, weil die auf der Netzhaut entste­henden Bilder nicht mehr sinnvoll kombi­niert werden können.

Eine Augen­mus­kel­läh­mung kann entweder als Lähmung der inneren oder der äußeren Augen­mus­keln auftreten. Bei der inneren Augen­mus­kel­läh­mung kommt es zu Störungen der Akkomo­da­tion, also der Umstel­lung von Nah- auf Fernsicht und umgekehrt.

Die äußere Augen­mus­kel­läh­mung führt zum Schielen, anfangs mit Doppelt­sehen bzw. Doppel­bil­dern und Schwin­del­ge­fühl. Die abwei­chende Augen­stel­lung kommt dadurch zustande, dass die Kraft der nicht gelähmten, gegen­läu­figen Muskeln überwiegt. Augen­mus­kel­läh­mungen können durch Blutungen, Infek­ti­ons­krank­heiten, Vergif­tungen, Durch­blu­tungs­stö­rungen, Geschwülste oder Hirnner­ven­schä­di­gung entstehen. Auch Krank­heiten wie Diabetes, multiple Sklerose, Arterio­skle­rose und AIDS können Lähmungen der Augen­mus­keln zur Folge haben.

Augen­stel­lungs­fehler / Schielen

Unter Schielen versteht man den Fall, dass die Sehachsen beider Augen nicht parallel stehen, sondern Abwei­chungen bestehen. Beim Schielen wird jeweils nur mit einem der beiden Augen ein Gegen­stand mit der Fovea (der Stelle des schärfsten Sehens) fixiert. Das Partner­auge wird entweder unter­drückt oder es fixiert mit einem nicht korre­spon­die­renden Netzhaut­be­reich, sodass störende Doppel­bilder entstehen.

Man kann je nach Stellung der Augen ein Einwärts­schielen (Esotropie) von einem Auswärts­schielen (Exotropie) unter­scheiden, andere Schiel­formen, wie z.B. das Höhen­schielen, sind wesent­lich seltener.

Prinzi­piell unter­scheidet man ein frühkind­li­ches angebo­renes Schielen von einem Schielen im Erwach­se­nen­alter. Das kindliche Schielen ist meist noch mit anderen Auffäl­lig­keiten assozi­iert, so findet man hier häufig noch ein Augen­zit­tern (Nystagmus), eine Sehschwäche (Amblyopie) des betrof­fenen Auges und Kopfzwangs­hal­tungen. Meist besteht kein ausge­bil­detes Stereo­sehen, dieses kann oft nicht wieder­her­ge­stellt werden. Opera­tionen, die ein kosme­tisch anspre­chendes Ergebnis erzielen können, tragen leider nicht zu einer Funkti­ons­ver­bes­se­rung bei, sondern sind rein kosme­tisch; dies kann aber für die psychi­sche Entwick­lung des Kindes sehr wichtig sein.

Schielen im Erwach­se­nen­alter kann verschie­dene Ursachen haben:

Trauma (Unfall) oder auch Durch­blu­tungs­stö­rungen entweder im Nerven­be­reich (Schlag­an­fall) oder im Bereich der Musku­latur (z.B. bei Diabetes, Bluthoch­druck oder schwerer Arterio­skle­rose). Zum Teil tritt hier eine Spontan­hei­lung ein, sollte das nicht der Fall sein, kann eine Schiel-OP zur Besei­ti­gung oft sehr störender Doppel­bilder beitragen.

Augen­zit­tern (Nystagmus)

Mit Augen­zit­tern (Nystagmus) bezeichnet man unwill­kür­liche Augen­be­we­gungen, die häufig die Sehschärfe deutlich herab­setzen. Personen mit Nystagmus sind daher häufig sehbe­hin­dert. Das Augen­zit­tern kann ruck- oder pendel­artig auftreten.

Man unter­scheidet zwei Formen der Erkran­kung: das angebo­rene und das erworbene Augen­zit­tern. Beim erwor­benen Nystagmus bemerkt der Betrof­fene das Augen­zit­tern. Es entsteht durch wackelnde Bilder für ihn der Eindruck, dass seine Umgebung instabil ist. Die Entste­hung des Augen­zit­terns ist bislang noch ungeklärt. Man vermutet jedoch, dass es unter anderem auch abhängig ist von der inneren Anspan­nung, Stress und Müdigkeit des Betrof­fenen.

Der angebo­rene Nystagmus geht meist mit einer starken Sehbe­hin­de­rung einher. In der Regel bemerkt der Patient das Augen­zit­tern nicht, weil seine Wahrneh­mung durch die Sehbe­hin­de­rung überdeckt wird.

Biometrie

Die Biometrie des Auges ist ein Messver­fahren zur Berech­nung einer Intraoku­lar­linse. Bei der Biometrie werden die Hornhau­t­ra­dien (Hornhaut­krüm­mung), Hornhaut­dicke, Vorder­kam­mer­tiefe (Abstand zwischen Hornhaut und Linse), Linsen­dicke und Bulbus­länge (Augen­länge) gemessen. Mittels komplexer Formeln wird daraus anschlie­ßend die Brech­kraft der benötigten Intraoku­lar­linse berechnet.

Emmetropie

Ein normal­sich­tiges Auge. Hier werden eintre­tende Licht­strahlen von Linse und Hornhaut so gebrochen, dass sie sich auf der Netzhaut treffen und ein scharfes Bild erzeugen.

Fluoreszenz­angio­graphie (FAG)

Die Fluoreszenz­angio­graphie ist eine Unter­su­chungs­me­thode, bei der die Durch­blu­tung der Netzhaut darge­stellt werden kann. Sie wird zur erwei­terten Diagnostik von Durch­blu­tungs­stö­rungen der Netzhaut (z.B. Gefäß­ver­schlüsse, diabe­ti­sche Retino­pa­thie, alters­be­dingte Makula­de­ge­ne­ra­tion etc.) einge­setzt. Ein Farbstoff (Fluores­zein) wird durch den Arzt in die Armvene des Patienten injiziert und im Anschluss werden (bei erwei­terter Pupille) für mehrere Minuten Aufnahmen der Netzhaut gemacht. Es bedarf einer guten Koope­ra­tion des Patienten. Nach der FAG kommt es gelegent­lich zur Gelbfär­bung der Haut und des Urins des Patienten, seltener zu Bauch­schmerzen und Übelkeit. Ein poten­zi­elles, aber sehr seltenes Risiko stellt eine aller­gi­sche Reaktion dar, welche unbehan­delt zu lebens­be­droh­li­chen Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.

Gesichtsfeld/​FDT (Frequenz-Verdop­pe­lungs-Technik)

Die Gesichts­feld­un­ter­su­chung wird zur am häufigsten zur Überwa­chung von Glaukom(Grüner Star)-Schäden oder auch neuro­lo­gi­schen Krank­heits­bil­dern einge­setzt. Grund­sätz­lich lassen sich jedoch Ausfälle am Auge, des Sehnervs, der Sehbahn oder der Sehrinde (Gehirn) darstellen. Ein gutes Gesichts­feld ist auch die Voraus­set­zung für den Führer­schein.

Glaskörper

Der Glaskörper erfüllt entwick­lungs­ge­schicht­lich gesehen nur bis zur Geburt eine wesent­liche Funktion des Auges. Anschlie­ßend kann er ohne optische Einbußen entfernt werden. Dies ist zum Beispiel nötig, wenn er an Trans­pa­renz verliert (Glaskör­per­blu­tung beim Diabe­tiker, Eintrü­bung bei schweren Entzün­dungen) oder wenn er durch alters­be­dingte oder entzünd­liche Schrump­fung zur Ablösung der Netzhaut führt. Eine operative Entfer­nung des Glaskör­pers nennt man Vitrek­tomie.

Glaskör­per­trü­bungen

Mit zuneh­mendem Alter verflüs­sigt sich der Glaskörper, dabei verdichten sich Kolla­gen­fa­sern zu Knoten oder Strängen und werfen schattige Gebilde auf die Netzhaut. Betrof­fene Patienten sehen diese kleinen Gewebe­klumpen (Floater) beim Blick auf helle Flächen als Punkte, Fäden oder Spinnen­netze. Bezeichnet werden solche Glaskör­per­trü­bungen als sogenannte „Fliegende Mücken“ oder „mouches volantes“.

Glaukom / Grüner Star

Der Grüne Star ist eine häufige Augen­er­kran­kung, die meist mit einem erhöhten Augen­in­nen­druck zusam­men­hängt. Ursache hierfür ist die Behin­de­rung des Kammer­was­ser­ab­flusses des Auges. Die erhöhte Flüssig­keits­menge drückt zunehmend auf die Netzhaut und die Nerven­fa­sern des Sehnervs und schädigen diesen im Zeitver­lauf. Viele Menschen leiden am Glaukom, ohne es anfäng­lich zu wissen, da die Erkran­kung meist völlig schmerz­frei ist.

Hornhau­tendo­thel­zell­mes­sung

Die Hornhaut-Endothel­zell­messung dient der Messung der Dichte und Konfi­gu­ra­tion der Zellen an der Hornhaut­rück­fläche. Die Hornhau­tendo­thel­zellen sind Zellen, die sich an der Rückseite der Hornhaut befinden und durch ihre entwäs­sernde Funktion einen wichtigen Beitrag zur Trans­pa­renz der gesunden Hornhaut leisten. Sind die Zellen vermin­dert, kommt es zur Eintrü­bung der Hornhaut, was kein klares Sehen zulässt. Durch die präope­ra­tive Messung (vor intraoku­laren Eingriffen wie die Katarak­t­ope­ra­tion) dieser Zellen kann das Risiko einer Schädi­gung mit daraus resul­tie­render dauer­hafter Sehmin­de­rung abgeschätzt werden und es können in gegebenem Fall Vorsichts­maß­nahmen getroffen werden.

Hornhauttopographie/​Hornhauttomographie

Die Hornhaut­topo­graphie (Oberflä­chen­mes­sung) bzw. Hornhaut­tomo­graphie (Hornhautober‑, Hornhaut­di­cken- und Hornhaut­rück­flä­chen­mes­sung) dienen der Diagnostik verschie­dener Hornhaut­er­kran­kungen (z.B. Kerato­konus) und stellen einen wichtigen Teil der präope­ra­tiven Planung vor refrak­tiven Hornhaut­ein­griffen (LASIK, PRK) dar. Am häufigsten kommt heutzu­tage die Scheim­pflug­technik (z.B. Pentacam), welche die Hornhaut­vorder- und Rückfläche sowie Hornhaut­dicke darstellen kann, zum Einsatz. Das Verfahren ist kontaktlos, schmerz­frei und birgt keine Risiken für den Patienten.

Hyperopie (Weitsich­tig­keit)

Hyperopie oder Weitsich­tig­keit entsteht, wenn das Auge im Verhältnis zur Brech­kraft zu kurz ist, wodurch der Brenn­punkt hinter der Netzhaut liegt. Während junge Menschen dies durch Akkom­mo­da­tion ausglei­chen können, führt das Alter oft zu Alters­sich­tig­keit. Weitsich­tige sehen in der Ferne gut, haben jedoch Schwie­rig­keiten, nahe Objekte scharf zu sehen. Die Korrektur erfolgt meist mit Sammel­linsen (Plusglas), die die Brech­kraft erhöhen und den Brenn­punkt auf die Netzhaut verschieben. Operative Verfahren können ebenfalls einge­setzt werden, um die Hornhaut so zu formen, dass eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut erreicht wird.

Katarakt / Grauer Star

Als Grauer Star (Katarakt) wird die auftre­tende Eintrü­bung der Augen­linse mit fortschrei­tendem Sehver­lust bezeichnet. Die Trübungen treten mit zuneh­mendem Alter meist ohne spezielle Ursache auf und werden zum Beispiel durch die allseits anzutref­fende UV-Strahlung gefördert.

Die Katarakt ist die häufigste Augen­er­kran­kung und weltweit die häufigste Erblin­dungs­ur­sache, wobei es sich in ca. 90% der Fälle um einen Alters­ka­ta­rakt handelt. Er kann jedoch auch nach einer Augen­ver­let­zung, durch die Einwir­kung von Strah­lungen, als Neben­wir­kung der Verab­rei­chung von Medika­menten (z. B. Cortison) oder durch eine vorge­burt­liche Infektion wie z. B. Röteln entstehen. Syste­mi­sche Erkran­kungen wie Diabetes mellitus können langfristig ebenfalls zu einer Katarakt­ent­ste­hung führen.

Katarakt­chir­urgie / Therapie des Grauen Stars

Eine gesicherte medika­men­töse Therapie zur Rückbil­dung der Katarakt gibt es nicht. Um eine Verbes­se­rung der Sehkraft zu erreichen, muss eine Operation erfolgen. Sie ist der häufigste chirur­gi­sche Eingriff am Auge und einer der sichersten.

Das Prinzip einer Katarak­t­ope­ra­tion ist es, durch das Entfernen der einge­trübten Linse die frühere Sehschärfe wieder herzu­stellen. In der Regel wird die Starope­ra­tion unter örtlicher Betäubung durch­ge­führt und dauert weniger als 20 Minuten. Die Betäubung kann ohne Spritze mittels Tropf- oder Gelan­äs­thesie erfolgen.

Keratitis / Hornhaut­ent­zün­dung

Bei einer Hornhaut­ent­zün­dung wird die Hornhaut durch Bakterien, Viren oder andere schädi­gende Organismen infiziert. Da eine intakte Hornhaut norma­ler­weise durch das Abwehr­system geschützt wird, tritt eine Entzün­dung meistens bei einer verletzten Hornhaut auf.

Hier kann zwischen einer infek­tiösen und nicht-infek­tiösen Keratitis unter­schieden.

Die Ursache einer infek­tiösen Hornhaut­ent­zün­dung sind Bakterien, Viren oder Pilze. Eine nicht-infek­tiöse Form kann durch Verblitzungen, Verlet­zungen, Unver­träg­lich­keiten gegenüber Kontakt­linsen, Kontakt­lin­sen­in­fek­tionen etc. ausgelöst werden.

Konjunk­ti­vitis / Binde­haut­ent­zün­dung

Eine Entzün­dung der Bindehaut ist eine der häufigsten Augen­er­kran­kungen. Von einer infek­tiösen Konjunk­ti­vitis wird gespro­chen, wenn sie durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze hervor­ge­rufen wird. Bei einer nicht-infek­tiösen Binde­haut­ent­zün­dung ist entweder ein ständiger Reizzu­stand (z.B. beim Trockenen Auge) oder eine Allergie die Ursache. Ihr Verlauf ist akuter oder chroni­scher Art.

Leder­haut­ent­zün­dung

Bei Erkran­kungen der Lederhaut (Sklera: bildet zusammen mit der Hornhaut die stabile Außen­hülle des Auges) treten Entzün­dungen des vorderen Abschnittes der Sklera (Episcle­ritis und Scleritis anterior) am häufigsten auf. Sie können nach der Lokali­sa­tion, Tiefe und dem Charakter diffe­ren­ziert werden.

  • Episkle­ritis
    Episkle­ritis ist eine oberfläch­liche, meist milde Entzün­dung der Sklera. Die der Erkran­kung zugrun­de­lie­gende Ursache ist häufig unbekannt, eine virale oder bakte­ri­elle Infektion ist jedoch nicht auszu­schließen. Charak­te­ris­ti­sche Symptome sind eine sektorale Rötung und leichter Druck­schmerz des Auges. Die Episkle­ritis bildet sich meistens nach 1–2 Wochen spontan zurück. Um andere Augen­ent­zün­dungen und Erkran­kungen auszu­schließen, soll der Augenarzt möglichst schnell aufge­sucht werden.
  • Skleritis
    Skleritis ist ein langsam einset­zender Entzün­dungs­pro­zess, der meist an beiden Augen auftritt. Der Entzün­dung liegen zu 50% syste­mi­sche Krank­heiten aus dem rheuma­ti­schen Formen­kreis zugrunde. Bei Skleritis klagen die Patienten über sehr starke und bewegungs­ab­hän­gige Schmerzen des Augapfels. Die Behand­lung verlangt eine ärztliche Diagnose und Überwa­chung.
Myopie (Kurzsich­tig­keit)

Myopie oder Kurzsich­tig­keit ist eine Augen­fehl­stel­lung, bei der das Auge im Verhältnis zur Brech­kraft zu lang ist, wodurch der Brenn­punkt des Lichts vor der Netzhaut liegt. Kurzsich­tige sehen nahe Objekte scharf, haben aber Schwie­rig­keiten mit der Fernsicht. Sie benötigen oft Brillen oder Kontakt­linsen mit Zerstreu­ungs­linsen, um die Brech­kraft des Auges zu reduzieren. Operative Verfahren können die Hornhaut abflachen, um die Kurzsich­tig­keit zu korri­gieren und ein scharfes Bild auf der Netzhaut zu ermög­li­chen.

Optische Kohärenz­to­mo­gra­phie (OCT)

Die OCT ist ein Verfahren, welches mittels Infra­rot­licht, ähnlich wie ein Ultra­schall­gerät, verschie­dene Gewebs­schichten darstellen kann. Es kommt vor allem zur detail­lierten Analyse der Makula und des Sehnervs zum Einsatz, wird jedoch in letzter Zeit vermehrt auch im vorderen Augen­ab­schnitt (Hornhaut, Kammer­winkel etc.) einge­setzt. Das Verfahren ist kontaktlos, schmerz­frei und birgt keine Risiken für den Patienten.

Presby­opie (Alters­sich­tig­keit)

Alters­sich­tig­keit ist ein natür­li­cher Alterungs­pro­zess, bei dem die Linse des Auges ihre Elasti­zität verliert und sich nicht mehr gut auf verschie­dene Entfer­nungen einstellen kann. Norma­ler­weise können junge Menschen sowohl nahe als auch entfernte Objekte scharf sehen, während dies bei Menschen über 40 Jahren oft nicht mehr möglich ist. Sie benötigen in der Regel eine Lesebrille, während Kurzsich­tige zusätz­liche Brillen für die Ferne brauchen. Die Alters­sich­tig­keit kann heutzu­tage auch operativ mit Multi­fo­kal­linsen oder akkom­mo­da­tiven Linsen behandelt werden.

Refrak­tion

Die Refrak­tion ist per Defini­tion der Brech­fehler eines Auges, bzw. die optische Korrektur, die es braucht, damit ein Auge perfekt in der Ferne sehen kann. Die Refrak­tion kann objektiv (durch ein Autore­frak­to­meter) oder subjektiv (durch das Vorhalten unter­schied­li­cher Korrek­tur­gläser durch den Optiker oder Augenarzt) erfolgen. In der Regel geht der subjek­tiven eine objektive Refrak­ti­ons­be­stim­mung voraus. Aus den Refrak­ti­ons­werten kann im Bedarfs­fall eine Brille erstellt werden. Im Rahmen der Refrak­ti­ons­mes­sung wird in der Regel auch der Visus (Sehschärfe) erhoben.

Retinitis Pigmentosa

Mit Retinitis pigmentosa bezeichnet man eine Gruppe von erblichen Augen­er­kran­kungen, die eine Zerstö­rung der Netzhaut zur Folge haben. Diese zurzeit noch unheil­bare Krankheit ist heute noch eine der häufigsten Ursachen des Sehver­lustes. Es handelt sich um eine Erbkrank­heit, die an die Nachkommen weiter­ge­geben werden kann.

Der Verlauf der Erkran­kung ist meist dadurch gekenn­zeichnet, dass im Jugend­alter oder in den mittleren Lebens­jahren eine Nacht­blind­heit eintritt. Das Gesichts­feld verengt sich, die Wahrneh­mung von Kontrasten und Farben, später auch die Sehschärfe, verschlech­tert sich. Ursache dieser Symptome ist ein allmäh­li­cher Untergang der Licht­sin­nes­zellen der Netzhaut des Auges, meist zunächst der für Nacht- und Dämme­rungs­sehen verant­wort­li­chen Stäbchen, später auch der für das Lesen und das Farben­sehen wichtigen, im Zentrum der Netzhaut befind­li­chen Zapfen.

Dieses allmäh­liche Nachlassen der Sehkraft führt nicht selten bis hin zur Erblin­dung. Der gesamte Prozess verläuft schlei­chend und kann sich teilweise über Jahrzehnte hinweg erstre­cken.

Tonome­trie

Die Tonome­trie ist die Messung des Augen­drucks. Diese kann mittels Luftstoß (Non-Contact-Tonome­trie (NCT)) oder Applana­tion (Eindellen des Augapfels mit einer gemes­senen Kraft) erfolgen. Seltener kommt die Impres­si­ons­to­no­me­trie oder Rebound-Tonome­trie zum Einsatz. Die Tonome­trie wird beim Screening und bei der Verlaufs­kon­trolle des Glaukoms (Grüner Star) verwendet. Ein normaler Augen­druck liegt beim Gesunden zwischen 10 und 21 mmHg.

Tränen­film

Der Tränen­film bedeckt die Augen­ober­fläche und schützt das Auge unter anderem gegen Austrock­nung oder Infek­tionen.

Trockenes Auge

Synonyme: Sicca, Kerato­kon­junk­ti­vitis sicca

Das sogenannte „trockene Auge“ ist heute eine der häufigsten Augen­krank­heiten. Bei etwa jedem fünften Patienten, der einen Augenarzt aufsucht, wird diese Diagnose gestellt.

Beim trockenen Auge handelt es sich um eine Benet­zungs­stö­rung der Augen­ober­fläche. Diese kommt zustande, indem entweder die Tränen­drüsen zu wenig Tränen­flüs­sig­keit produ­zieren, die Zusam­men­set­zung des Tränen­films fehler­haft ist oder die Vertei­lung gestört ist. Diese Erkran­kung ist häufig chroni­scher Art, die eine ständige Behand­lung erfordert.

Ultra­schall

Der Ultra­schall wird in verschie­denen Diszi­plinen der Medizin verwendet, und kommt zum Einsatz, wenn tiefer liegende Struk­turen beurteilt werden sollen, welche aufgrund optisch nicht trans­pa­renter Struk­turen nicht einsehbar sind. In der Augen­heilkunde wird der Ultra­schall z.B. zur Beurtei­lung der Netzhaut einge­setzt, wenn diese (z.B. durch eine Glaskör­per­blu­tung, Hornhaut­trü­bung oder einen fortge­schrit­tenen Katarakt) nicht einsehbar ist.

Uveitis

Die Entzün­dungen der Uvea (Gefäßhaut) lassen sich nach den betrof­fenen Gefäßhaut-Abschnitten unter­scheiden: Iritis, Zyklitis und Irido­zy­klitis.

  • Iritis
    Die häufigste Form der Uveitis ist die Iritis, die meist kombi­niert mit einer Zyklitis auftritt (Irido­zy­klitis). Der Irido­zy­klitis liegt häufig eine immuno­lo­gi­sche Ursache (z.B. aller­gi­sche Reaktion auf Bakte­ri­en­toxin), rheuma­to­lo­gi­sche Grund­er­kran­kungen, Verlet­zungen oder Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen zugrunde. Die Irido­zy­klitis kann aber auch als Teilsym­ptom allge­meiner Erkran­kungen vorkommen.
    Um eine entspre­chende Therapie zu gewähr­leisten, die innerhalb von wenigen Tagen die Beschwerden lindern kann, muss der Augenarzt schnellst­mög­lich aufge­sucht werden. Eie chroni­sche Form der Irido­zy­klitis ist möglich.
  • Chorio­iditis
    Hierbei klagen Patienten über Sehver­schlech­te­rung oder Schlei­ers­ehen. Die Entzün­dung verläuft dabei schmerzlos. Entzün­dungs­herde, die mit augen­ärzt­li­cher Behand­lung innerhalb von 2–6 Thera­pie­wo­chen heilen, können Narben hinter­lassen, die zu weiteren Kompli­ka­tionen führen können.
Vitrek­tomie

Eine Vitrek­tomie ist die Entfer­nung des Glaskör­pers aus dem Auge.

Durch die operative Entfer­nung kann dann die optische Funktion des Auges verbes­sert, die Netzhaut wieder angelegt oder eine ander­weitig nicht behan­del­bare Entzün­dung beseitigt werden. Der „leere“ Glaskör­per­raum wird dann durch das Auge selbst mit Flüssig­keit (Kammer­wasser) oder eventuell vorüber­ge­hend mit einem Ersatz­stoff, wie Öl oder Gas, gefüllt. Vitrek­to­mien werden teilweise in lokaler Anästhesie und immer häufiger auch ambulant durch­ge­führt.

Wellen­front

Die Wellen­front oder auch Aberro­me­trie des Auges ist ein Messver­fahren, welches den Strah­len­gang durch die verschie­denen optisch klaren Medien beurteilt. Es wird ein Raster aus parallel angeord­neten Licht­strahlen auf das Auge gestrahlt. Anhand der Ablenkung dieser Strahlen in den verschie­denen optischen Medien (Hornhaut, Linse etc.) kann eine sehr präzise Bestim­mung der Refrak­ti­ons­fehler erfolgen. Im Gegensatz zur herkömm­li­chen Refrak­ti­ons­be­stim­mung (Messen der Brillen­werte) können hier auch Fehler höherer Ordnung (ganz feine Unregel­mä­ßig­keiten, welche sich nicht mit einem Plus‑, Minus- oder Zylin­der­glas korri­gieren lassen) erkannt werden, welche im Falle einer refrak­tiven Laser­be­hand­lung (z.B. wellen­front­ge­führte LASIK) mit korri­giert werden können.

Zentral­arterie

Die Zentral­arterie ist das zufüh­rende Blutgefäß des Auges, welches den inneren Teil der Netzhaut mit sauer­stoff­rei­chem Blut versorgt. Kommt es zu einem Zentral­arte­ri­en­ver­schluss (Infarkt), so führt dies am betrof­fenen Auge zu einem plötz­li­chen und oft irrever­si­blen Visus­ver­lust.

Zentral­vene

Die Zentral­vene ist für einen Großteil des Abtrans­ports des Blutes aus dem Auge zuständig. Bei einem Zentral­ve­nen­ver­schluss kommt es meistens zu einem raschen Visus­ver­lust aufgrund eines Makula­ödems. Intra­vit­reale Injek­tionen von Medika­menten (Anti-VEGF; z.B. Lucentis, Eylea oder Avastin) oder eine Laser­ko­agu­la­tion der Netzhaut können notwendig werden.