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Das Auge
Das menschliche Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan, denn wir erkennen mehr als 80 % aller Umweltreize mit den Augen. Das Auge ist ein sehr komplexes Organ und ähnelt von seiner Funktionsweise her einer Kamera.
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Aufbau des Auges

1 Ziliarkörper
2 Augenmuskel
3 Lederhaut
4 Aderhaut
5 Netzhaut
6 Sehnerv
7 Papille
8 Bindehaut
9 Hornhaut
10 Iris
11 Trabekelwerk
12 Linse
Die Funktionsweise des Auges

Einfallendes Licht wird von einem bildentwerfenden brechenden System (Hornhaut und Linse) so abgebildet, dass in der lichtempfindlichen Schicht (Netzhaut) ein scharfes Bild entsteht. Die dort auftreffenden Lichtstrahlen werden in elektrische Reize umgewandelt und über die Sehnerven in unser Gehirn weitergeleitet, wo sie entsprechend verarbeitet werden.

Die Blende (Pupille) regelt die Menge des einfallenden Lichts durch die Veränderung ihrer Weite. Dies wird von den Muskeln in der Regenbogenhaut, der Iris, gesteuert. Die Stelle der Netzhaut, an der die Lichtstrahlen gebündelt werden, nennt man „Gelber Fleck“ (Makula). Dieser Bereich stellt zwar nur einen sehr kleinen Teil der Netzhaut dar (ca. 2 %), ist aber unerlässlich für unsere Lesefähigkeit. Die restlichen etwa 98 % der Netzhaut bilden das sogenannte Gesichtsfeld und sind für die Wahrnehmung von Bewegung und Gegenständen in der mittleren und äußeren Peripherie unseres Sehbereiches zuständig.
Im Idealfall werden Bilder in der Ferne und in der Nähe ohne Hilfsmittel scharf auf der Netzhaut abgebildet. Das Auge muss für die Nähe die Brennweite seiner Linse verändern. Dies bezeichnet man als Akkommodation. Bei Gegenständen in der Nähe krümmt sich die Linse stärker, sodass die einfallenden Lichtstrahlen stärker gebrochen werden. Bei weit entfernten Gegenständen flacht sich die Linse ab, so dass die Lichtstrahlen in jedem Fall exakt auf der Netzhaut gebündelt werden.

1 Retina
2 Linse
3 Kornea
Eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut des Auges ist die Voraussetzung für gutes Sehen. Damit in der lichtempfindlichen Schicht des Auges ein wirklich scharfes Bild entsteht, müssen viele Bedingungen erfüllt sein. So muss etwa die Länge des Auges im richtigen Verhältnis zu seiner Brechkraft stehen. Nur dann können Bilder scharf gesehen werden. Dies ist beim normalsichtigen Auge der Fall. Sehr häufig tritt aber auch eine Fehlsichtigkeit auf. Sie beeinträchtigt unser Sehvermögen und muss meist korrigiert werden. Auch Trübungen von Hornhaut oder Linse können zu einer merkbaren Verschlechterung der Sehschärfe führen und einen ärztlichen Eingriff notwendig machen. Gutes Sehen beruht also auf der Abbildung scharfer Bilder auf der Netzhaut des Auges.
Fehlsichtigkeiten
Mit dem Begriff Fehlsichtigkeit werden eine Reihe verschiedenartiger, normabweichender oder suboptimaler Zustände des Sehsinnes bezeichnet.
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Emmetropie & Ametropie

Bei einem normalsichtigen Auge (Emmetropie) werden eintretende Lichtstrahlen von Linse und Hornhaut so gebrochen, dass sie sich auf der Netzhaut treffen und ein scharfes Bild erzeugen.
Nicht alle Augen entsprechen der ‚normalen Form‘. Einige Augäpfel sind länger oder kürzer gebaut. Die Brechkraft von Hornhaut und Linse kann variieren, sodass die Lichtstrahlen nicht mehr exakt auf der Netzhaut gebündelt werden. Gleichzeitig kann auch eine unregelmäßige Hornhautkrümmung verzerrte Bilder hervorrufen. Besteht ein Missverhältnis zwischen der Brechkraft von Hornhaut und Linse sowie der Länge des Auges, entsteht auf der Netzhaut ein unscharfes Bild: Man spricht von einer Fehlsichtigkeit. In Deutschland sind ca. 36 Mio. Menschen fehlsichtig.
Die Formen der Fehlsichtigkeit
Im Wesentlichen unterscheidet man vier Formen der Fehlsichtigkeit, wovon sich einige erst mit zunehmendem Alter entwickeln.
Myopie | Kurzsichtigkeit
Bei der Kurzsichtigkeit ist meist das Auge im Verhältnis zur Brechkraft zu lang gebaut bzw. entsprechend die Brechkraft von Hornhaut oder Linse zu groß. Das scharfe Bild (Brennpunkt des eintretenden Lichts) entsteht vor der Netzhaut. Mit zunehmender Länge des Auges nimmt auch die Kurzsichtigkeit und damit die empfundene Unschärfe zu. Kurzsichtige Menschen sehen meistens in der Nähe scharf, können aber weiter entfernte Gegenstände nur unscharf erkennen.
Kurzsichtige Menschen benötigen daher vor allem für die Ferne eine Sehhilfe. Die Korrektur der Kurzsichtigkeit kann im Allgemeinen mittels Brille oder Kontaktlinse erfolgen. Hierbei werden Zerstreuungslinsen eingesetzt, welche die Brechkraft des Auges herabsetzen (Minusglas) und den Brennpunkt nach hinten auf die Netzhaut verschieben.
Zur operativen Korrektur dieser Fehlsichtigkeit eignen sich je nach Stärke der Kurzsichtigkeit verschiedene Verfahren. Ziel eines Eingriffes ist es, durch eine Abflachung der Hornhaut deren Brechkraft zu verringern, um so wieder eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut zu ermöglichen.

In der Augentagesklinik Spreebogen in Berlin werden folgende Operationstechniken erfolgreich eingesetzt:
- geringe oder mittlere Kurzsichtigkeit: PRK, LASIK, LASEK, Epi-LASIK
- hochgradige Kurzsichtigkeit: LASIK, PIOL, refraktive Linsenchirurgie
Hyperopie | Weitsichtigkeit
Bei der Weit- oder auch Übersichtigkeit ist meist das Auge im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz gebaut bzw. entsprechend die Brechkraft von Hornhaut oder Linse zu gering. Das scharfe Bild (Brennpunkt des eintretenden Lichts) entsteht dadurch theoretisch hinter der Netzhaut. Je kürzer das Auge gebaut ist, umso stärker nimmt die Weitsichtigkeit und die damit empfundene Unschärfe zu. Während junge Menschen eine geringe Weitsichtigkeit noch mit ihrer elastischen Linse ausgleichen können, geht dieser Mechanismus mit zunehmendem Lebensalter verloren.
Ein weitsichtiges Auge vermag in der Regel in der Entfernung scharf zu sehen, solange es die Brennweite seiner Linse durch Akkommodation anpassen kann. In der Nähe kann die Fehlsichtigkeit jedoch durch reine Akkommodation nicht mehr ausgeglichen werden, so dass diese Bilder dann für uns zunehmend verschwommen wirken.
Bei einer Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels Brille oder Kontaktlinse erfolgt dies durch eine Sammellinse (Plusglas), deren Korrekturwert in Plus-Dioptrien angegeben wird. Durch die damit verbundene Erhöhung der Brechkraft verschiebt sich der Brennpunkt des Auges nach vorne auf die Netzhaut.
Zur operativen Korrektur dieser Fehlsichtigkeit eignen sich je nach Stärke der Weitsichtigkeit verschiedene Verfahren. Ziel eines Eingriffes ist es, durch eine Ausformung der Hornhaut deren Brechkraft zu erhöhen, um so wieder eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut zu ermöglichen.

Astigmatismus | Stabsichtigkeit | Hornhautverkrümmung
Im Normalfall ist die Hornhaut, ähnlich der Linse einer Kamera, halbkugelförmig. Einfallende Lichtquellen werden scharf auf der Netzhaut abgebildet.
Beim Astigmatismus ist der Augapfel zwar normal geformt, die Hornhaut weist aber horizontal und vertikal eine unterschiedliche Wölbung auf. Hierdurch entsteht eine Abbildung an zwei unterschiedlichen Orten, was sich einerseits durch Unschärfe, andererseits durch ein verzerrtes Bild bemerkbar macht. So wird z. B. ein Punkt nicht mehr als Punkt, sondern als kleiner Strich abgebildet.
Hornhautverkrümmungen sind meist angeboren oder können nach einer Operation (z. B. Hornhautübertragung) auftreten. Häufig tritt eine Hornhautverkrümmung mit anderen Fehlsichtigkeiten zusammen auf. Eine Brille oder auch eine Kontaktlinse können diesen Sehfehler in manchen Fällen nicht vollständig ausgleichen.
Zur operativen Korrektur dieser Art von Fehlsichtigkeit eignen sich verschiedene Verfahren. Ziel eines Eingriffes ist es, die unterschiedlich starken Auswölbungen der Hornhaut weitgehend zu egalisieren.

In der Augentagesklinik Spreebogen in Berlin werden hierfür folgende Operationstechniken erfolgreich eingesetzt:
- geringe Hornhautverkrümmung: PRK, LASEK und PLI (periphere Limbus-Inzisionen)
- mittlere Hornhautverkrümmung: LASIK, LASEK
- hochgradige Hornhautverkrümmung: LASIK, Torische Linsenimplantationen
Die Entscheidung über ein bestimmtes OP-Verfahren kann nur individuell, entsprechend dem vorliegenden Refraktionsfehler und den anatomischen Besonderheiten, gefällt werden.
Presbyopie | Alterssichtigkeit
Im Laufe des Lebens verliert die Linse des Auges zunehmend ihre Elastizität und die damit verbundene Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Entfernungen scharf einzustellen.
Die Alterssichtigkeit ist das Ergebnis eines natürlichen Alterungsprozesses der Linse. Beim normalsichtigen Jugendlichen kann sich die Linse je nach Bedarf so weit verformen, dass nahe und ferne Gegenstände problemlos scharf auf der Netzhaut abgebildet werden können. Beim normalsichtigen Menschen jenseits des 40. Lebensjahres reicht die Brechkraft dann nur noch aus, um ferne Gegenstände scharf auf die Netzhaut abzubilden.
Im Allgemeinen benötigt der Normalsichtige dann eine Lesebrille, der Weitsichtige eine Fern- und eine Lesebrille bzw. eine Mehrstärkenbrille (z. B. Gleitsichtbrille), um Gegenstände wieder scharf auf der Netzhaut abzubilden.
In der Augentagesklinik Spreebogen in Berlin kann die Alterssichtigkeit mittels moderner sogenannter Multifokallinsen und akkomodativer Linsen operativ behandelt werden.

Bis vor kurzem behalfen sich die meisten Menschen mit Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung mit Brillen oder Kontaktlinsen. Mittlerweile gibt es eine Alternative. Es kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll und erwünscht sein, die Fehlsichtigkeit mit einer refraktiven Laser- oder Linsenoperation zu behandeln.
Die Durchführung von refraktiven Lasereingriffen dauert meist nur wenige Minuten. Ein Großteil der Patienten kann bereits am nächsten Tag wieder normal sehen.
Erkrankungen des Auges
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Unter der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) versteht man die Anhäufung von Ablagerungsprodukten der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula). Sie ist die häufigste Ursache schwerer Sehminderung im höheren Erwachsenenalter in den Industrienationen. Es wird eine trockene von einer sogenannten feuchten Form unterschieden. Bei der feuchten AMD kommt es zum Flüssigkeitsaustritt im Bereich der Makula.
Die trockene Makuladegeneration
Hierbei kommt es zur Ausbildung von Drusen. Es kann zu einer zunehmenden Sehminderung kommen. Endstadium ist eine sog. geographische Atrophie der Stelle schärfsten Sehens. Eine Therapie ist leider bis heute nicht etabliert. Vergrößernde Sehhilfen können die Orientierung im Alter erleichtern.
Die feuchte Makuladegeneration
Hierbei kann es durch eine Neubildung von Gefäßen unter der Netzhaut zu Flüssigkeitsaustritten und ‑ansammlungen kommen. Weiterhin können Blutungen auftreten, welche die Sehschärfe akut vermindern können. Im Endstadium kann es zur Vernarbung des „Wundgebietes“ kommen.
Symptome einer AMD
Frühsymptome der altersbedingten Makuladegeneration sind ein verzerrtes Sehen und eine spürbare Sehverschlechterung. Mittels des so genannten Amsler-Netzes kann eine Verschlechterung auch zu Hause durch den Patienten festgestellt werden. Die genauen Ursachen für das Auftreten von Makuladegenerationen sind bislang noch nicht genau bekannt.
Diagnose der AMD
Um die feuchte Form von der trockenen Form eindeutig zu unterscheiden, wird eine Untersuchung mittels eines besonderen Farbstoffes (Fluoreszenz-Angiographie, Indocyanin-Grün-Angiographie) durchgeführt. Der Farbstoff wird intravenös gespritzt und die Verteilung mittels einer bestimmten Beleuchtung durch Augenhintergrund-Photographie festgehalten. Hierzu dient uns ein volldigitales Computersystem, das direkt im Anschluss an die Untersuchung Farb-/SW-Ausdrucke der Untersuchung ermöglicht.
Therapie bei AMD
Bei der trockenen Form kann nur in Form von vergrößernden Sehhilfen Linderung verschafft werden. Eine medikamentöse Behandlung der AMD brachte bisher keinen nachweisbaren Erfolg, ebenso wenig wie eine Röntgenbestrahlung. Bei Patienten mit feuchter AMD kann ggf. eine gezielte Therapie nach modernen Verfahren sinnvoll sein und der Krankheitsprozess verlangsamt bzw. aufgehalten werden.
Diabetische Retinopathie
Die diabetische Retinopathie (DRP) ist eine Komplikation, die durch Diabetes verursacht wird und das Sehvermögen beeinträchtigen kann. Sie entwickelt sich aufgrund von Schäden an den Blutgefäßen der Netzhaut aufgrund hoher Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum. Es gibt zwei Hauptarten: die nicht-proliferative diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße undicht werden und Flüssigkeit in die Netzhaut austreten kann sowie die proliferative diabetische Retinopathie, bei der abnormale Blutgefäße wachsen, die leicht bluten und zu Netzhautablösungen führen können.
Risikofaktoren für die Entwicklung der diabetischen Retinopathie sind unter anderem die lange Dauer des Diabetes, ein unkontrollierter Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck und hoher Cholesterinspiegel. Die Symptome können anfangs mild sein und sich im Laufe der Zeit verschlimmern. Zu den Symptomen einer diabetischen Retinopathie zählen verschwommenes Sehen, dunkle Flecken im Blickfeld und letztendlich sogar Sehverlust.
Die Früherkennung und regelmäßige Augenuntersuchungen sind entscheidend für die Behandlung und das Management der diabetischen Retinopathie. Die Behandlung kann Laserchirurgie zur Abdichtung und Stabilisierung der Blutgefäße, Injektionen von Anti-VEGF-Medikamenten zur Verhinderung des Wachstums abnormer Blutgefäße oder sogar eine Vitrektomie zur Entfernung von Blutungen in den Glaskörper einschließen.
Glaskörpertrübungen
Glaskörpertrübungen sind kleine Partikel oder Fasern, die sich im Glaskörper des Auges befinden, einer gelartigen Substanz, die den Raum im Auge zwischen der Linse und der Netzhaut ausfüllt. Diese Trübungen können als schwarze Flecken, Fäden, Punkte oder Schlieren im Gesichtsfeld wahrgenommen werden und werden oft als „Mouches volantes“ oder „Floaters“ bezeichnet.
Die meisten Glaskörpertrübungen entstehen durch altersbedingte Veränderungen im Glaskörper, wenn die Gelstruktur degeneriert und sich klumpige Ablagerungen bilden. In einige Fällen können sie auch durch Verletzungen, Entzündungen oder andere Augenerkrankungen verursacht werden. Glaskörpertrübungen sind in der Regel harmlos und verursachen keine ernsthaften Sehprobleme, obwohl sie manchmal als störend empfunden werden können.
In den meisten Fällen erfordern Glaskörpertrübungen keine Behandlung, da sie im Laufe der Zeit oft von selbst verschwinden oder vom Gehirn ignoriert werden. In einigen Fällen können sie jedoch so störend sein, dass sie die Sehqualität beeinträchtigen. In manchen Fällen lassen sich die Glaskörpertrübungen mit einem Laser zerkleinern, dieser Eingriff wird Vitreolyse genannt. Die operative Entfernung des Glaskörpers, ein Eingriff namens Vitrektomie ist nur in Ausnahmefällen empfohlen.
Glaukom | Grüner Star
Glaukom, auch bekannt als Grüner Star, ist eine Augenerkrankung, die durch Schädigung des Sehnervs und des Gesichtsfelds zu irreversibler Sehbehinderung oder sogar Blindheit führen kann. Es wird oft durch einen erhöhten Augeninnendruck verursacht, der den Sehnerv beschädigt, aber es kann in seltenen Fällen auch bei normalen oder sogar niedrigen Augeninnendruckwerten auftreten.
Die Symptome von Glaukom können subtil sein und im Verlauf der Erkrankung allmählich auftreten. Deshalb wird Grüner Star oft erst diagnostiziert, wenn schon eine Schädigung vorliegt, weshalb eine Glaukom-Vorsorge zu empfehlen ist. Zu den möglichen Symptomen gehören Sehverlust im peripheren Gesichtsfeld, Tunnelblick, verschwommenes Sehen und Augenschmerzen oder Kopfschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Glaukom, darunter das primäre Offenwinkelglaukom, das primäre Engwinkelglaukom, das Normaldruckglaukom und das sekundäre Glaukom, das durch andere Augenprobleme oder Krankheiten verursacht wird.
Die Behandlung von Glaukom zielt darauf ab, den Augeninnendruck zu senken und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, um Sehverlust zu verhindern oder zu minimieren. Dies kann durch die Verabreichung von Augentropfen, Lasertherapie (z. B. Iridotomie), chirurgische Verfahren (z. B. Kanaloplastik) oder minimalinvasive Glaukomchirurgie erreicht werden.
Hornhauterkrankungen
Hornhauterkrankungen umfassen eine Vielzahl von Erkrankungen, die die äußere transparente Schicht des Auges, die Hornhaut, betreffen. Diese Erkrankungen können durch Infektionen, Verletzungen, genetische Faktoren, Autoimmunerkrankungen oder Kontaktlinsen oder Operationen verursacht werden.
Zu den häufigsten Hornhauterkrankungen gehören Keratitis (Hornhautentzündung), Keratokonus (Kegelform der Hornhaut), Trockene Augen, Hornhautdystrophien (genetisch bedingte Störungen der Hornhautstruktur), Hornhauterosionen (Verletzung der obersten Hornhautschicht) und Hornhautnarben (z. B. nach Verletzungen oder Operationen). Die moderne Hornhautchirurgie kann eine Vielzahl dieser Erkrankungen behandeln.
Katarakt | Grauer Star
Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Augenerkrankung, bei der die Linse des Auges trüb wird, was zu einer allmählichen Verschlechterung des Sehvermögens führt. Dies geschieht in der Regel aufgrund altersbedingter Veränderungen in der Linse, kann aber auch durch Verletzungen, Medikamente, Krankheiten wie Diabetes oder genetische Faktoren verursacht bzw. beschleunigt werden.
Die Symptome von Katarakt umfassen verschwommenes Sehen, veränderte Farbwahrnehmung, vermehrte Blendung und Schwierigkeiten beim Lesen oder beim Sehen in der Nacht. Außerdem kann es durch die Linsentrübung zu Veränderungen der Linsenbrechkraft und somit der Brillenwerte kommen.
Die Behandlung von Katarakt besteht in der Regel aus einer Operation, bei der die trübe Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt wird. Die Kataraktoperation ist eine der häufigsten und sichersten chirurgischen Eingriffe weltweit und kann das Sehvermögen in fast allen Fällen erheblich verbessern.
In den letzten Jahren wurden die Kunstlinsen stetig weiterentwickelt, so dass in vielen Fällen nach der Kataraktoperation keine oder nur noch schwächere Brillen notwendig sind.
Keratokonus
Keratokonus ist eine progressive Augenerkrankung, die die Form und Struktur der Hornhaut beeinträchtigt. Bei dieser Erkrankung wird die normale sphärische (kugelförmige) Hornhaut geschwächt und allmählich kegelartig verzerrt, was zu Sehproblemen führt. Der Keratokonus tritt normalerweise bei Jugendlichen auf und kann bis zum 40. Lebensjahr fortschreiten. Danach kommt es in der Regel zum Stillstand. Die genaue Ursache von Keratokonus ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass genetische Faktoren, Augenreiben, Allergien und Hormonveränderungen eine Rolle spielen können.
Die Symptome von Keratokonus können verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, verstärkte Blendung, verzerrte Sicht und häufige Änderungen der Sehstärke umfassen. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gründliche Augenuntersuchung, einschließlich der Untersuchung der Hornhautstruktur mittels Hornhauttopographie.
Die Behandlung von Keratokonus hängt von der Schwere der Erkrankung ab. In den frühen Stadien können Kontaktlinsen verwendet werden, um die Sehfehler zu korrigieren. Kommt es zu einer nachgewiesenen Progression ist in vielen Fällen ein corneales Crosslinking (Hornhautquervernetzung) möglich, welches die Hornhaut stabilisiert. Bei fortgeschrittenen Fällen kann eine Hornhauttransplantation erforderlich sein, bei der die betroffene Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ersetzt wird.
Liderkrankungen
Dermatochalasis
Dermatochalasis, auch Schlupflider genannt, ist durch schlaffe, überhängende Haut am Oberlid gekennzeichnet. Diese Hautfalten können das Sichtfeld beeinträchtigen und das Aussehen der Augenpartie verändern. Dermatochalasis tritt normalerweise als Teil des natürlichen Alterungsprozesses auf, kann aber auch genetisch bedingt oder durch chronische Augenreizungen verursacht werden. Die Behandlung kann eine operative Entfernung der überschüssigen Haut (Blepharoplastik) umfassen, um das Sichtfeld zu verbessern und das Aussehen zu korrigieren.
Ektropium und Entropium
Ektropium und Entropium sind Fehlstellungen der Augenlider. Beim Ektropium ist das untere Augenlid nach außen gedreht ist, wodurch das Lid nicht mehr korrekt am Auge anliegt. Dies kann zu Trockenheit, Reizungen und einem erhöhten Risiko für Infektionen des Auges führen. Beim Entropium hingegen ist das untere oder obere Augenlid nach innen gedreht ist, sodass die Lidkante und die Wimpern gegen das Auge und die Hornhaut reibt. Dies kann zu starken Irritationen, Tränenfluss, Hornhautschäden und Sehproblemen führen.
Beide Zustände können durch verschiedene Faktoren wie Alterung, Verletzungen, Entzündungen, Narbenbildung oder angeborene Anomalien verursacht werden. Die Behandlung kann eine chirurgische Korrektur umfassen, um das Lid in die richtige Position zu bringen und Komplikationen zu vermeiden.
Lidtumoren
Lidtumoren sind ungewöhnliche Zellwucherungen im Bereich der Augenlider. Sie können gutartig oder bösartig sein und aus verschiedenen Zelltypen wie Hautzellen, Talgdrüsenzellen oder Drüsenzellen der Lidkante entstehen. Zu den häufigsten Lidtumoren gehören Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome, Melanozytäre Tumoren und Talgdrüsentumoren. Die Symptome können von einem einfachen Knoten bis hin zu Veränderungen in der Lidform oder Hautverfärbungen reichen.
Die Behandlung von Lidtumoren hängt von ihrer Art und ihrem Stadium ab. In den meisten Fällen ist eine chirurgische Entfernung unumgänglich.
Schielen
Schielen, auch Strabismus genannt, ist eine Augenstörung, bei der die Augen nicht gleichzeitig in die gleiche Richtung schauen. Das Schielen kann permanent oder nur zeitweise, also intermittierend, auftreten.
Die Ursachen für Schielen können vielfältig sein und reichen von genetischen Faktoren über neurologische Probleme bis hin zu Störungen der Augenmuskeln oder Refraktionsfehlern.
Schielen kann zu Doppelbildern, einer beeinträchtigten Tiefenwahrnehmung und einem eingeschränkten binokularen Sehen führen. Unbehandelt kann es zu einem „schwachsichtigen Auge“ (Amblyopie) führen, bei dem das Gehirn das Bild aus dem schielenden Auge unterdrückt, um Doppelbilder zu vermeiden.
Die Behandlung von Schielen hängt von der Ursache und Schwere der Erkrankung ab. Sie kann Brillen oder Kontaktlinsen zur Korrektur von Sehstörungen, Okklusionstherapie zur Behandlung von Amblyopie oder Operationen zur Korrektur der Muskelungleichgewichte umfassen.
Glossar
Akkommodation
Die Fähigkeit der Linse, sich auf unterschiedliche Entfernungen scharf einzustellen
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Unter der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) versteht man die Anhäufung von Ablagerungsprodukten der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula). Sie ist die häufigste Ursache schwerer Sehminderungen im höheren Erwachsenenalter in den Industrienationen. Es wird eine trockene von einer sogenannten feuchten Form unterschieden. Bei der feuchten AMD kommt es zum Flüssigkeitsaustritt im Bereich der Makula.
- Die trockene Makuladegeneration
Hierbei kommt es zur Ausbildung von Drusen. Es kann zu einer zunehmenden Sehminderung kommen. Endstadium ist eine sogenannte geographische Atrophie der Stelle schärfsten Sehens. Eine Therapie ist leider bis heute nicht etabliert. Vergrößernde Sehhilfen können die Orientierung im Alter erleichtern. - Die feuchte Makuladegeneration
Hierbei kann es durch eine Neubildung von Gefäßen unter der Netzhaut zu Flüssigkeitsaustritten und ‑ansammlungen kommen. Weiterhin können Blutungen auftreten, welche die Sehschärfe akut vermindern können. Im Endstadium kann es zur Vernarbung des „Wundgebietes“ kommen.
Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)
Astigmatismus oder Hornhautverkrümmung tritt auf, wenn die Hornhaut des Auges nicht gleichmäßig gewölbt ist, was zu Unschärfe und verzerrten Bildern führt. Normalerweise ist die Hornhaut halbkuppelförmig, bei Astigmatismus hat sie jedoch unterschiedliche Wölbungen in horizontaler und vertikaler Richtung. Dies kann angeboren sein oder nach Operationen auftreten. Brillen oder Kontaktlinsen können den Sehfehler oft nicht vollständig korrigieren. Operative Verfahren zielen darauf ab, die Wölbungen der Hornhaut auszugleichen.
Augenflimmern
Das Augenflimmern ist eine anfallartig auftretende Sehstörung. Es äußert sich durch das Sehen von Blitzen, Funken oder unscharfen, zitternden Bildern. Augenflimmern kann auch als Symptom verschiedener Augenkrankheiten (z. B. bei Netzhautablösung, Grauer Star usw.) auftreten. Ebenso kommt es bei Lid- und Akkomodationskrämpfen sowie als Begleiterscheinung der Augenmigräne vor. Als Augenmigräne wird eine Sehstörung bei Migräneanfällen bezeichnet, bei der sich das Gesichtsfeld, dessen äußere Grenze als schimmernde Linie erscheint (Flimmerskotom), verdunkelt.
Augenmuskelerkrankungen
Das Auge liegt in der Augenhöhle und ist vergleichbar einer Kugel gelagert. Es kann durch sechs Augenmuskeln bewegt werden. Wenn wir nun ein Objekt anblicken, wird das Auge im Normalfall automatisch so ausgerichtet, dass das Objekt auf der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) der Netzhaut abgebildet wird. Durch die Kombination der Bewegung der verschiedenen Augenmuskeln kann das Auge in verschiedene Blickrichtungen bewegt werden und beide Augen werden in ihren Bewegungen aufeinander abgestimmt.
Sind nun aber einzelne oder alle Augenmuskeln gelähmt, dann können die Augen nicht mehr parallel gestellt werden. Man sieht doppelt, weil die auf der Netzhaut entstehenden Bilder nicht mehr sinnvoll kombiniert werden können.
Eine Augenmuskellähmung kann entweder als Lähmung der inneren oder der äußeren Augenmuskeln auftreten. Bei der inneren Augenmuskellähmung kommt es zu Störungen der Akkomodation, also der Umstellung von Nah- auf Fernsicht und umgekehrt.
Die äußere Augenmuskellähmung führt zum Schielen, anfangs mit Doppeltsehen bzw. Doppelbildern und Schwindelgefühl. Die abweichende Augenstellung kommt dadurch zustande, dass die Kraft der nicht gelähmten, gegenläufigen Muskeln überwiegt. Augenmuskellähmungen können durch Blutungen, Infektionskrankheiten, Vergiftungen, Durchblutungsstörungen, Geschwülste oder Hirnnervenschädigung entstehen. Auch Krankheiten wie Diabetes, multiple Sklerose, Arteriosklerose und AIDS können Lähmungen der Augenmuskeln zur Folge haben.
Augenstellungsfehler / Schielen
Unter Schielen versteht man den Fall, dass die Sehachsen beider Augen nicht parallel stehen, sondern Abweichungen bestehen. Beim Schielen wird jeweils nur mit einem der beiden Augen ein Gegenstand mit der Fovea (der Stelle des schärfsten Sehens) fixiert. Das Partnerauge wird entweder unterdrückt oder es fixiert mit einem nicht korrespondierenden Netzhautbereich, sodass störende Doppelbilder entstehen.
Man kann je nach Stellung der Augen ein Einwärtsschielen (Esotropie) von einem Auswärtsschielen (Exotropie) unterscheiden, andere Schielformen, wie z.B. das Höhenschielen, sind wesentlich seltener.
Prinzipiell unterscheidet man ein frühkindliches angeborenes Schielen von einem Schielen im Erwachsenenalter. Das kindliche Schielen ist meist noch mit anderen Auffälligkeiten assoziiert, so findet man hier häufig noch ein Augenzittern (Nystagmus), eine Sehschwäche (Amblyopie) des betroffenen Auges und Kopfzwangshaltungen. Meist besteht kein ausgebildetes Stereosehen, dieses kann oft nicht wiederhergestellt werden. Operationen, die ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis erzielen können, tragen leider nicht zu einer Funktionsverbesserung bei, sondern sind rein kosmetisch; dies kann aber für die psychische Entwicklung des Kindes sehr wichtig sein.
Schielen im Erwachsenenalter kann verschiedene Ursachen haben:
Trauma (Unfall) oder auch Durchblutungsstörungen entweder im Nervenbereich (Schlaganfall) oder im Bereich der Muskulatur (z.B. bei Diabetes, Bluthochdruck oder schwerer Arteriosklerose). Zum Teil tritt hier eine Spontanheilung ein, sollte das nicht der Fall sein, kann eine Schiel-OP zur Beseitigung oft sehr störender Doppelbilder beitragen.
Augenzittern (Nystagmus)
Mit Augenzittern (Nystagmus) bezeichnet man unwillkürliche Augenbewegungen, die häufig die Sehschärfe deutlich herabsetzen. Personen mit Nystagmus sind daher häufig sehbehindert. Das Augenzittern kann ruck- oder pendelartig auftreten.
Man unterscheidet zwei Formen der Erkrankung: das angeborene und das erworbene Augenzittern. Beim erworbenen Nystagmus bemerkt der Betroffene das Augenzittern. Es entsteht durch wackelnde Bilder für ihn der Eindruck, dass seine Umgebung instabil ist. Die Entstehung des Augenzitterns ist bislang noch ungeklärt. Man vermutet jedoch, dass es unter anderem auch abhängig ist von der inneren Anspannung, Stress und Müdigkeit des Betroffenen.
Der angeborene Nystagmus geht meist mit einer starken Sehbehinderung einher. In der Regel bemerkt der Patient das Augenzittern nicht, weil seine Wahrnehmung durch die Sehbehinderung überdeckt wird.
Biometrie
Die Biometrie des Auges ist ein Messverfahren zur Berechnung einer Intraokularlinse. Bei der Biometrie werden die Hornhautradien (Hornhautkrümmung), Hornhautdicke, Vorderkammertiefe (Abstand zwischen Hornhaut und Linse), Linsendicke und Bulbuslänge (Augenlänge) gemessen. Mittels komplexer Formeln wird daraus anschließend die Brechkraft der benötigten Intraokularlinse berechnet.
Emmetropie
Ein normalsichtiges Auge. Hier werden eintretende Lichtstrahlen von Linse und Hornhaut so gebrochen, dass sie sich auf der Netzhaut treffen und ein scharfes Bild erzeugen.
Fluoreszenzangiographie (FAG)
Die Fluoreszenzangiographie ist eine Untersuchungsmethode, bei der die Durchblutung der Netzhaut dargestellt werden kann. Sie wird zur erweiterten Diagnostik von Durchblutungsstörungen der Netzhaut (z.B. Gefäßverschlüsse, diabetische Retinopathie, altersbedingte Makuladegeneration etc.) eingesetzt. Ein Farbstoff (Fluoreszein) wird durch den Arzt in die Armvene des Patienten injiziert und im Anschluss werden (bei erweiterter Pupille) für mehrere Minuten Aufnahmen der Netzhaut gemacht. Es bedarf einer guten Kooperation des Patienten. Nach der FAG kommt es gelegentlich zur Gelbfärbung der Haut und des Urins des Patienten, seltener zu Bauchschmerzen und Übelkeit. Ein potenzielles, aber sehr seltenes Risiko stellt eine allergische Reaktion dar, welche unbehandelt zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.
Gesichtsfeld/FDT (Frequenz-Verdoppelungs-Technik)
Die Gesichtsfelduntersuchung wird zur am häufigsten zur Überwachung von Glaukom(Grüner Star)-Schäden oder auch neurologischen Krankheitsbildern eingesetzt. Grundsätzlich lassen sich jedoch Ausfälle am Auge, des Sehnervs, der Sehbahn oder der Sehrinde (Gehirn) darstellen. Ein gutes Gesichtsfeld ist auch die Voraussetzung für den Führerschein.
Glaskörper
Der Glaskörper erfüllt entwicklungsgeschichtlich gesehen nur bis zur Geburt eine wesentliche Funktion des Auges. Anschließend kann er ohne optische Einbußen entfernt werden. Dies ist zum Beispiel nötig, wenn er an Transparenz verliert (Glaskörperblutung beim Diabetiker, Eintrübung bei schweren Entzündungen) oder wenn er durch altersbedingte oder entzündliche Schrumpfung zur Ablösung der Netzhaut führt. Eine operative Entfernung des Glaskörpers nennt man Vitrektomie.
Glaskörpertrübungen
Mit zunehmendem Alter verflüssigt sich der Glaskörper, dabei verdichten sich Kollagenfasern zu Knoten oder Strängen und werfen schattige Gebilde auf die Netzhaut. Betroffene Patienten sehen diese kleinen Gewebeklumpen (Floater) beim Blick auf helle Flächen als Punkte, Fäden oder Spinnennetze. Bezeichnet werden solche Glaskörpertrübungen als sogenannte „Fliegende Mücken“ oder „mouches volantes“.
Glaukom / Grüner Star
Der Grüne Star ist eine häufige Augenerkrankung, die meist mit einem erhöhten Augeninnendruck zusammenhängt. Ursache hierfür ist die Behinderung des Kammerwasserabflusses des Auges. Die erhöhte Flüssigkeitsmenge drückt zunehmend auf die Netzhaut und die Nervenfasern des Sehnervs und schädigen diesen im Zeitverlauf. Viele Menschen leiden am Glaukom, ohne es anfänglich zu wissen, da die Erkrankung meist völlig schmerzfrei ist.
Hornhautendothelzellmessung
Die Hornhaut-Endothelzellmessung dient der Messung der Dichte und Konfiguration der Zellen an der Hornhautrückfläche. Die Hornhautendothelzellen sind Zellen, die sich an der Rückseite der Hornhaut befinden und durch ihre entwässernde Funktion einen wichtigen Beitrag zur Transparenz der gesunden Hornhaut leisten. Sind die Zellen vermindert, kommt es zur Eintrübung der Hornhaut, was kein klares Sehen zulässt. Durch die präoperative Messung (vor intraokularen Eingriffen wie die Kataraktoperation) dieser Zellen kann das Risiko einer Schädigung mit daraus resultierender dauerhafter Sehminderung abgeschätzt werden und es können in gegebenem Fall Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Hornhauttopographie/Hornhauttomographie
Die Hornhauttopographie (Oberflächenmessung) bzw. Hornhauttomographie (Hornhautober‑, Hornhautdicken- und Hornhautrückflächenmessung) dienen der Diagnostik verschiedener Hornhauterkrankungen (z.B. Keratokonus) und stellen einen wichtigen Teil der präoperativen Planung vor refraktiven Hornhauteingriffen (LASIK, PRK) dar. Am häufigsten kommt heutzutage die Scheimpflugtechnik (z.B. Pentacam), welche die Hornhautvorder- und Rückfläche sowie Hornhautdicke darstellen kann, zum Einsatz. Das Verfahren ist kontaktlos, schmerzfrei und birgt keine Risiken für den Patienten.
Hyperopie (Weitsichtigkeit)
Hyperopie oder Weitsichtigkeit entsteht, wenn das Auge im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz ist, wodurch der Brennpunkt hinter der Netzhaut liegt. Während junge Menschen dies durch Akkommodation ausgleichen können, führt das Alter oft zu Alterssichtigkeit. Weitsichtige sehen in der Ferne gut, haben jedoch Schwierigkeiten, nahe Objekte scharf zu sehen. Die Korrektur erfolgt meist mit Sammellinsen (Plusglas), die die Brechkraft erhöhen und den Brennpunkt auf die Netzhaut verschieben. Operative Verfahren können ebenfalls eingesetzt werden, um die Hornhaut so zu formen, dass eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut erreicht wird.
Katarakt / Grauer Star
Als Grauer Star (Katarakt) wird die auftretende Eintrübung der Augenlinse mit fortschreitendem Sehverlust bezeichnet. Die Trübungen treten mit zunehmendem Alter meist ohne spezielle Ursache auf und werden zum Beispiel durch die allseits anzutreffende UV-Strahlung gefördert.
Die Katarakt ist die häufigste Augenerkrankung und weltweit die häufigste Erblindungsursache, wobei es sich in ca. 90% der Fälle um einen Alterskatarakt handelt. Er kann jedoch auch nach einer Augenverletzung, durch die Einwirkung von Strahlungen, als Nebenwirkung der Verabreichung von Medikamenten (z. B. Cortison) oder durch eine vorgeburtliche Infektion wie z. B. Röteln entstehen. Systemische Erkrankungen wie Diabetes mellitus können langfristig ebenfalls zu einer Kataraktentstehung führen.
Kataraktchirurgie / Therapie des Grauen Stars
Eine gesicherte medikamentöse Therapie zur Rückbildung der Katarakt gibt es nicht. Um eine Verbesserung der Sehkraft zu erreichen, muss eine Operation erfolgen. Sie ist der häufigste chirurgische Eingriff am Auge und einer der sichersten.
Das Prinzip einer Kataraktoperation ist es, durch das Entfernen der eingetrübten Linse die frühere Sehschärfe wieder herzustellen. In der Regel wird die Staroperation unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert weniger als 20 Minuten. Die Betäubung kann ohne Spritze mittels Tropf- oder Gelanästhesie erfolgen.
Keratitis / Hornhautentzündung
Bei einer Hornhautentzündung wird die Hornhaut durch Bakterien, Viren oder andere schädigende Organismen infiziert. Da eine intakte Hornhaut normalerweise durch das Abwehrsystem geschützt wird, tritt eine Entzündung meistens bei einer verletzten Hornhaut auf.
Hier kann zwischen einer infektiösen und nicht-infektiösen Keratitis unterschieden.
Die Ursache einer infektiösen Hornhautentzündung sind Bakterien, Viren oder Pilze. Eine nicht-infektiöse Form kann durch Verblitzungen, Verletzungen, Unverträglichkeiten gegenüber Kontaktlinsen, Kontaktlinseninfektionen etc. ausgelöst werden.
Konjunktivitis / Bindehautentzündung
Eine Entzündung der Bindehaut ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Von einer infektiösen Konjunktivitis wird gesprochen, wenn sie durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze hervorgerufen wird. Bei einer nicht-infektiösen Bindehautentzündung ist entweder ein ständiger Reizzustand (z.B. beim Trockenen Auge) oder eine Allergie die Ursache. Ihr Verlauf ist akuter oder chronischer Art.
Lederhautentzündung
Bei Erkrankungen der Lederhaut (Sklera: bildet zusammen mit der Hornhaut die stabile Außenhülle des Auges) treten Entzündungen des vorderen Abschnittes der Sklera (Episcleritis und Scleritis anterior) am häufigsten auf. Sie können nach der Lokalisation, Tiefe und dem Charakter differenziert werden.
- Episkleritis
Episkleritis ist eine oberflächliche, meist milde Entzündung der Sklera. Die der Erkrankung zugrundeliegende Ursache ist häufig unbekannt, eine virale oder bakterielle Infektion ist jedoch nicht auszuschließen. Charakteristische Symptome sind eine sektorale Rötung und leichter Druckschmerz des Auges. Die Episkleritis bildet sich meistens nach 1–2 Wochen spontan zurück. Um andere Augenentzündungen und Erkrankungen auszuschließen, soll der Augenarzt möglichst schnell aufgesucht werden. - Skleritis
Skleritis ist ein langsam einsetzender Entzündungsprozess, der meist an beiden Augen auftritt. Der Entzündung liegen zu 50% systemische Krankheiten aus dem rheumatischen Formenkreis zugrunde. Bei Skleritis klagen die Patienten über sehr starke und bewegungsabhängige Schmerzen des Augapfels. Die Behandlung verlangt eine ärztliche Diagnose und Überwachung.
Myopie (Kurzsichtigkeit)
Myopie oder Kurzsichtigkeit ist eine Augenfehlstellung, bei der das Auge im Verhältnis zur Brechkraft zu lang ist, wodurch der Brennpunkt des Lichts vor der Netzhaut liegt. Kurzsichtige sehen nahe Objekte scharf, haben aber Schwierigkeiten mit der Fernsicht. Sie benötigen oft Brillen oder Kontaktlinsen mit Zerstreuungslinsen, um die Brechkraft des Auges zu reduzieren. Operative Verfahren können die Hornhaut abflachen, um die Kurzsichtigkeit zu korrigieren und ein scharfes Bild auf der Netzhaut zu ermöglichen.
Optische Kohärenztomographie (OCT)
Die OCT ist ein Verfahren, welches mittels Infrarotlicht, ähnlich wie ein Ultraschallgerät, verschiedene Gewebsschichten darstellen kann. Es kommt vor allem zur detaillierten Analyse der Makula und des Sehnervs zum Einsatz, wird jedoch in letzter Zeit vermehrt auch im vorderen Augenabschnitt (Hornhaut, Kammerwinkel etc.) eingesetzt. Das Verfahren ist kontaktlos, schmerzfrei und birgt keine Risiken für den Patienten.
Presbyopie (Alterssichtigkeit)
Alterssichtigkeit ist ein natürlicher Alterungsprozess, bei dem die Linse des Auges ihre Elastizität verliert und sich nicht mehr gut auf verschiedene Entfernungen einstellen kann. Normalerweise können junge Menschen sowohl nahe als auch entfernte Objekte scharf sehen, während dies bei Menschen über 40 Jahren oft nicht mehr möglich ist. Sie benötigen in der Regel eine Lesebrille, während Kurzsichtige zusätzliche Brillen für die Ferne brauchen. Die Alterssichtigkeit kann heutzutage auch operativ mit Multifokallinsen oder akkommodativen Linsen behandelt werden.
Refraktion
Die Refraktion ist per Definition der Brechfehler eines Auges, bzw. die optische Korrektur, die es braucht, damit ein Auge perfekt in der Ferne sehen kann. Die Refraktion kann objektiv (durch ein Autorefraktometer) oder subjektiv (durch das Vorhalten unterschiedlicher Korrekturgläser durch den Optiker oder Augenarzt) erfolgen. In der Regel geht der subjektiven eine objektive Refraktionsbestimmung voraus. Aus den Refraktionswerten kann im Bedarfsfall eine Brille erstellt werden. Im Rahmen der Refraktionsmessung wird in der Regel auch der Visus (Sehschärfe) erhoben.
Retinitis Pigmentosa
Mit Retinitis pigmentosa bezeichnet man eine Gruppe von erblichen Augenerkrankungen, die eine Zerstörung der Netzhaut zur Folge haben. Diese zurzeit noch unheilbare Krankheit ist heute noch eine der häufigsten Ursachen des Sehverlustes. Es handelt sich um eine Erbkrankheit, die an die Nachkommen weitergegeben werden kann.
Der Verlauf der Erkrankung ist meist dadurch gekennzeichnet, dass im Jugendalter oder in den mittleren Lebensjahren eine Nachtblindheit eintritt. Das Gesichtsfeld verengt sich, die Wahrnehmung von Kontrasten und Farben, später auch die Sehschärfe, verschlechtert sich. Ursache dieser Symptome ist ein allmählicher Untergang der Lichtsinneszellen der Netzhaut des Auges, meist zunächst der für Nacht- und Dämmerungssehen verantwortlichen Stäbchen, später auch der für das Lesen und das Farbensehen wichtigen, im Zentrum der Netzhaut befindlichen Zapfen.
Dieses allmähliche Nachlassen der Sehkraft führt nicht selten bis hin zur Erblindung. Der gesamte Prozess verläuft schleichend und kann sich teilweise über Jahrzehnte hinweg erstrecken.
Tonometrie
Die Tonometrie ist die Messung des Augendrucks. Diese kann mittels Luftstoß (Non-Contact-Tonometrie (NCT)) oder Applanation (Eindellen des Augapfels mit einer gemessenen Kraft) erfolgen. Seltener kommt die Impressionstonometrie oder Rebound-Tonometrie zum Einsatz. Die Tonometrie wird beim Screening und bei der Verlaufskontrolle des Glaukoms (Grüner Star) verwendet. Ein normaler Augendruck liegt beim Gesunden zwischen 10 und 21 mmHg.
Tränenfilm
Der Tränenfilm bedeckt die Augenoberfläche und schützt das Auge unter anderem gegen Austrocknung oder Infektionen.
Trockenes Auge
Synonyme: Sicca, Keratokonjunktivitis sicca
Das sogenannte „trockene Auge“ ist heute eine der häufigsten Augenkrankheiten. Bei etwa jedem fünften Patienten, der einen Augenarzt aufsucht, wird diese Diagnose gestellt.
Beim trockenen Auge handelt es sich um eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Diese kommt zustande, indem entweder die Tränendrüsen zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren, die Zusammensetzung des Tränenfilms fehlerhaft ist oder die Verteilung gestört ist. Diese Erkrankung ist häufig chronischer Art, die eine ständige Behandlung erfordert.
Ultraschall
Der Ultraschall wird in verschiedenen Disziplinen der Medizin verwendet, und kommt zum Einsatz, wenn tiefer liegende Strukturen beurteilt werden sollen, welche aufgrund optisch nicht transparenter Strukturen nicht einsehbar sind. In der Augenheilkunde wird der Ultraschall z.B. zur Beurteilung der Netzhaut eingesetzt, wenn diese (z.B. durch eine Glaskörperblutung, Hornhauttrübung oder einen fortgeschrittenen Katarakt) nicht einsehbar ist.
Uveitis
Die Entzündungen der Uvea (Gefäßhaut) lassen sich nach den betroffenen Gefäßhaut-Abschnitten unterscheiden: Iritis, Zyklitis und Iridozyklitis.
- Iritis
Die häufigste Form der Uveitis ist die Iritis, die meist kombiniert mit einer Zyklitis auftritt (Iridozyklitis). Der Iridozyklitis liegt häufig eine immunologische Ursache (z.B. allergische Reaktion auf Bakterientoxin), rheumatologische Grunderkrankungen, Verletzungen oder Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen zugrunde. Die Iridozyklitis kann aber auch als Teilsymptom allgemeiner Erkrankungen vorkommen.
Um eine entsprechende Therapie zu gewährleisten, die innerhalb von wenigen Tagen die Beschwerden lindern kann, muss der Augenarzt schnellstmöglich aufgesucht werden. Eie chronische Form der Iridozyklitis ist möglich. - Chorioiditis
Hierbei klagen Patienten über Sehverschlechterung oder Schleiersehen. Die Entzündung verläuft dabei schmerzlos. Entzündungsherde, die mit augenärztlicher Behandlung innerhalb von 2–6 Therapiewochen heilen, können Narben hinterlassen, die zu weiteren Komplikationen führen können.
Vitrektomie
Eine Vitrektomie ist die Entfernung des Glaskörpers aus dem Auge.
Durch die operative Entfernung kann dann die optische Funktion des Auges verbessert, die Netzhaut wieder angelegt oder eine anderweitig nicht behandelbare Entzündung beseitigt werden. Der „leere“ Glaskörperraum wird dann durch das Auge selbst mit Flüssigkeit (Kammerwasser) oder eventuell vorübergehend mit einem Ersatzstoff, wie Öl oder Gas, gefüllt. Vitrektomien werden teilweise in lokaler Anästhesie und immer häufiger auch ambulant durchgeführt.
Wellenfront
Die Wellenfront oder auch Aberrometrie des Auges ist ein Messverfahren, welches den Strahlengang durch die verschiedenen optisch klaren Medien beurteilt. Es wird ein Raster aus parallel angeordneten Lichtstrahlen auf das Auge gestrahlt. Anhand der Ablenkung dieser Strahlen in den verschiedenen optischen Medien (Hornhaut, Linse etc.) kann eine sehr präzise Bestimmung der Refraktionsfehler erfolgen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Refraktionsbestimmung (Messen der Brillenwerte) können hier auch Fehler höherer Ordnung (ganz feine Unregelmäßigkeiten, welche sich nicht mit einem Plus‑, Minus- oder Zylinderglas korrigieren lassen) erkannt werden, welche im Falle einer refraktiven Laserbehandlung (z.B. wellenfrontgeführte LASIK) mit korrigiert werden können.
Zentralarterie
Die Zentralarterie ist das zuführende Blutgefäß des Auges, welches den inneren Teil der Netzhaut mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Kommt es zu einem Zentralarterienverschluss (Infarkt), so führt dies am betroffenen Auge zu einem plötzlichen und oft irreversiblen Visusverlust.
Zentralvene
Die Zentralvene ist für einen Großteil des Abtransports des Blutes aus dem Auge zuständig. Bei einem Zentralvenenverschluss kommt es meistens zu einem raschen Visusverlust aufgrund eines Makulaödems. Intravitreale Injektionen von Medikamenten (Anti-VEGF; z.B. Lucentis, Eylea oder Avastin) oder eine Laserkoagulation der Netzhaut können notwendig werden.