Crosslinking
Behandlung des Keratokonus
Das Crosslinking ist eine Methode zur mechanischen Stabilisierung von Gewebe. Dieses Verfahren wird bereits seit mehreren Jahrzehnten in anderen Fachbereichen der Medizin angewandt, am Auge wurde es jedoch erst in den 90er Jahren zur Behandlung des Keratokonus und anderen Hornhautektasien neu entwickelt.
Das therapeutische Ziel besteht in der künstlichen Erhöhung der Kollagengewebsvernetzung, der mechanischen Stabilität und der Widerstandsfähigkeit der Hornhaut. Die Behandlung der Hornhaut erfolgt durch eine Kombination von UV-Bestrahlung mit Verabreichung von Riboflavin-Augentropfen (Vitamin-B2-Abkömmling). Die Dauer der UV-Bestrahlung wird je nach Hornhautdicke entsprechend gewählt, sodass die weiter unterhalb der Hornhaut gelegenen Augenstrukturen nicht beeinträchtigt werden.
Indikationen für Crosslinking
Das Crosslinking-Verfahren wird zur Behandlung des Keratokonus (Hornhautverdünnung) eingesetzt. Ziel ist es, die Vorwölbung der Hornhaut zu stabilisieren und dem Voranschreiten des Keratokonus entgegenzuwirken.
Personalisiertes Crosslinking
In unseren Augenarztkliniken in Berlin und Wittenberg bieten wir eine Weiterentwicklung des klassischen Crosslinking, das customized (personalisierte) Crosslinking an. Dank einer modernen Crosslinking (UV‑A) Lampe können wir auch dezentrierte, auf den Patienten maßgeschneiderte Crosslinking-Behandlungen durchführen. Das hat den Effekt, dass es in dem Bereich der Hornhaut, welcher am meisten geschwächt ist, zum stärksten Crosslinking-Effekt kommt und somit nachweislich zu mehr Abflachung und Regularisierung der Hornhaut.
Operationsablauf
Die Operation wird ambulant durchgeführt. Sie dauert mit der Vorbereitung circa eineinhalb Stunden und erfolgt unter örtlicher Betäubung. Zunächst wird die äußere Schicht der Hornhaut, das Epithel, entfernt. Dies ist notwendig, damit das Riboflavin in die Hornhaut eindringen kann. Nach einer halbstündigen Tropfbehandlung mit dem Farbstoff wird die Hornhaut ca. 15 Minuten mit UV-Licht bestrahlt. Am Ende des Eingriffs wird eine therapeutische Schutzkontaktlinse auf die Hornhaut gesetzt. Diese bleibt einige Tage auf dem Auge und sollte beim behandelnden Augenarzt entfernt werden.
Erfahrungen
Durch den Eingriff ist ein Teil der Hornhautoberfläche offen. Dies kann vom Empfinden und Heilungsprozess mit einer „Schürfwunde“ z. B. am Knie verglichen werden. In den ersten Wochen nach der Behandlung kann die Sehleistung schwanken, die Sicht zunächst verschwommener sein als zuvor und eine stärkere Blendung durch helles Licht auftreten. Auch die Anwendung von Tränenersatzmitteln kann erforderlich sein. All dies gehört zum normalen Heilungsprozess. Nach dieser Phase und dem Abklingen der postoperativen Symptome erreichen die Patienten die gleiche oder sogar eine bessere Sehschärfe als vor der Operation.