Fluoreszenzangiographie
Die Fluoreszenzangiographie ist eine Untersuchungsmethode, bei der die Durchblutung der Netzhaut und Aderhaut dargestellt werden kann. Sie ist ein anerkanntes bildgebendes Verfahren zur Diagnostik von Erkrankungen des Augenhintergrundes. Bei der Fluoreszenzangiographie wird bei medikamentös erweiterter Pupille die Anflutung und Verteilung eines geeigneten Farbstoffes, beispielsweise Fluoreszein oder Indocyanin-Grün, dokumentiert. Hierbei dient der Farbstoff als Kontrastmittel.
In unseren Augenarztpraxen in Berlin und Wittenberg wird dabei zunächst die Netzhaut bei normaler Beleuchtung fotografiert (Farbaufnahme). Anschließend erfolgt eine Aufnahme mit rotfreiem Licht mittels grünem Filterglas. Dadurch wird der Kontrast der Blutgefäße zur umgebenden Netzhaut verbessert. Diese Aufnahme wird wie die folgenden Phasen in Graustufen wiedergegeben.
Nach diesen vorbereitenden Aufnahmen beginnt die eigentliche Angiographiephase. Das Blitzlicht der Kamera beleuchtet durch einen speziellen (blauen) Exciter-Filter vor allem in der Wellenlänge, die das Leuchtmittel zum Leuchten anregt. Das zurückfallende Licht muss einen zweiten Barrier-Filter passieren. Dadurch werden andere störende Wellenlängen als die des angeregten Leuchtmittels ausgeblendet.
Anschließend erfolgt vor Injektion des Farbstoffs eine solche Fluoreszenzaufnahme, um sogenannte Eigenfluoreszenz-Phänomene darzustellen. Danach wird die Lösung intravenös injiziert. In festgelegten Zeitabständen erfolgen weitere Aufnahmen.
Bewertet werden unter anderem die Zeit zwischen Injektion und Sichtbarwerden des Farbstoffes in den Arterien der Netzhaut und die Verteilung im weiteren Zeitverlauf. Üblicherweise werden Aufnahmen der „arteriellen Phase“ (nach etwa 20 Sekunden), der „venösen Phase“ (nach etwa 1 Minute) und der „Spätphase“ (nach 5 bis 10 Minuten) dokumentiert und beurteilt.
Die Fluoreszenzangiographie ist als diagnostisches Verfahren besonders geeignet bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), bei der diabetischen Retinopathie, bei Verschlüssen von Blutgefäßen der Netzhaut sowie bei Tumoren der Netzhaut oder Aderhaut. Als Wegbereiter der Fluoreszenzangiographie gilt Achim Wessing, der die Ergebnisse seiner Forschungen 1968 in dem Lehrbuch und Atlas „Fluoreszenzangiographie der Retina“ zusammenfasste, welches in mehrere Sprachen übersetzt wurde.